Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin
Gedenkstätte Grafeneck


Die Gedenkstätte Grafeneck wurde eingerichtet für die Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus und verfügt über ein Dokumentationszentrum. Die Gedenkstätte ist enger Kooperationspartner des Forschungsbereichs und auch als solcher mit allen Zentren für Psychiatrie in Baden-Württemberg verbunden. Grafeneck steht als historischer Ort für ein „Großverbrechen“ des Nationalsozialismus, das eng mit der Medizin und insbesondere mit der Subdisziplin der Psychiatrie verbunden war. Auf dem Gelände des Schlosses wurden zwischen Januar und Dezember des Jahres 1940 nach aktuellem Forschungsstand 10.654 Menschen – Männer, Frauen und Kinder denen vorhandene oder unterstellte geistige Behinderung oder psychischen Erkrankungen zum Verhängnis wurden — in einer hierfür errichteten Gaskammer ermordet.

Am 18. Januar 1940 nahm im deutschen Südwesten (mit den historischen Ländern Württemberg, Baden und Hohenzollern) die Ermordung geistig behinderter und psychisch erkrankter Menschen hier ihren Ausgang. Grafeneck als Ort systematischer Ermordung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland stand am Ausgangspunkt ungeheuerlicher Verbrechen an der Menschheit. Unterstrichen wird diese Perspektive einerseits durch die Übernahme des Tötungsverfahrens für den Mord an den europäischen Juden, andererseits durch die Tatsache, dass ein Viertel der Täter von Grafeneck zum späteren Personal der Vernichtungslager Belzec, Treblinka, Sobibor und Auschwitz-Birkenau gehörte.

Weitere Informationen unter:
http://www.gedenkstaette-grafeneck.de/