Denkmal der grauen Busse
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Filmbericht
Das Denkmal der grauen Busse (6:46 min)  (ZfP Südwürttemberg, 16.09.2015/ Regie: Hans-Peter Lübke)

Schüler aus dem Kreis Ravensburg erhielten den 1. Preis eines Wettbewerbs der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Die Schüler beschäftigten sich bei der Herstellung einer Homepage mit Inhalten der sog. Euthanaise, der Ermordung psychisch Kranker und geistig Behinderter im nationalsozialistischen Deutschland. In Kontakt gekommen mit diesem medizinhistorischen Thema waren sie bei einer Schülerveranstaltung des ZfP Südwürttemberg anlaesslich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus im Jahr 2009.

Müller, Thomas; Rüdenburg, Bodo und Rexer, Martin (Hrsg.): Wissenstransfer in der Psychiatrie. Albert Zeller und die Psychiatrie Württembergs im 19. Jahrhundert. Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, Publikation 2009.

Sicherungsverwahrung im "Dritten Reich". Der Kampf des Buchhalters.
Erschienen auf einestages.de, von Hans-Joachim Lang, 06.09.2010.

 

Kanalarbeiten in der Heil- und Pflegeanstalt: Theodor Roller, hier im Vordergrund mit entblößtem Oberkörper, bei Kanalarbeiten Anfang September 1940. Er schickt das Foto am 15. Februar 1941 an seine Mutter: "Ich lege Dir noch ein Bildchen bei. Im Sommer letzten Jahres arbeitete ich am Kanal der Weissenauer Bleicherei mit. Daher stammt die Szene."

Hans-Joachim Lang: "Als Christ nenne ich Sie einene Lügner" Thodor Rollers Aufbegehren geben Hitler. Hoffman und Campe, Hamburg, Publikation 2009.

Kreuz oder Hakenkreuz? Mit dieser existenziellen Frage sieht sich der 22-jährige Theodor Roller konfrontiert. Sie treibt ihn zu einer lebensgefährlichen Aktion: Er richtet mehrere Briefe an Adolf Hitler, die im Ton immer schärfer werden, bis Roller seinen Adressaten offen angreift und ihn einen Lügner nennt, "den größten Volksschädling, der je deutschen Boden betrat". Wer so etwas tut, muss verrückt sein, jedenfalls nach der Logik des NS-Systems. Und so weist das Stuttgarter Sondergericht Roller in eine psychiatrische Anstalt ein, in der er fünfeinhalb Jahre seines Lebens verbringt ...
Aus Aktenmaterial, Gesprächen mit Thoedor Roller, der im Herbst 2008 mit 93 Jahren verstarb, und dessen Briefen an die Mutter rekonstruiert der Autor die Geschichte eines Mannes, der den Tod in Kauf nahm, um seinem Glauben treu bleiben zu können.

Hans-Joachim Lang, 1951 in Speyer geboren, studierte in Tübingen Germanistik, Kultur- und Politikwissenschaft. 1980 Promotion (Germanistik). Seit 1982 Redakteur beim Schwäbischen Tagblatt. 1989 Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Lehraufträge an der Universität Tübingen. Für sein bei Hoffmann und Campe erschienenes Buch "Die Namen der Nummern" erhielt er 2004 den Preis der Fondation Auschwitz in Brüssel und 2008 die Leonard-Fuchs-Medaille der Medizinischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Christine Hikel: Rezension von: Hans-Joachim Lang, „Als Christ nenne ich Sie einen Lügner“. Theodor Rollers Aufbegehren gegen Hitler, Hoffman und Campe Verlag, Hamburg 2009, in: Archiv für Sozialgeschichte (online) 52, 2012 (pdf)