Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin

„Von der Seelsorge zur Seelensorge“
Die Königliche Heil- und Pflegeanstalt Schussenried

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„Verborgene Pracht — Vom Leben hinter Klostermauern“ ist der Titel einer Dauerausstellung, die im neu eingerichteten Museum Kloster Schussenried seit Mai 2010 präsentiert wird. Das im Besitz der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg befindliche Klostergebäude zeigt in fünf Räumen die von einem Team des Landesmuseums in Stuttgart zusammengestellte Schau. Ein Schwerpunkt ist die wechselhafte kirchliche Geschichte des Prämonstratenserordens, der bis 1803 dort ansässig war. Ein anderer Schwerpunkt befasst sich mit der weltlichen Nutzung des Klosters, dem Eisenschmelzwerk „Wilhelmshütte“ und der Königlichen Heil- und Pflegeanstalt Schussenried, die von 1875 an psychisch erkrankte Menschen hier behandelte. 120 Jahre lang prägte der Krankenhausalltag die Räumlichkeiten auch im ehemaligen Klostergebäude, zuletzt 1996 im Bereich Rehabilitation und Sozialtherapie.

Mit Hilfe sachkundiger Unterstützung bei der Planung und Konzeption durch den Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin der ZfP Südwürttemberg/Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm widmet sich nunmehr knapp ein Fünftel der gesamten Ausstellungsfläche der Geschichte der Psychiatrie in Schussenried. Die zahlreichen Exponate und das vielfältige historische Bildmaterial stammen aus dem hauseigenen Fundus der Landespsychiatrien. Dargestellt und thematisiert werden die unterschiedlichsten Aspekte aus der Psychiatriegeschichte von der Unterbringung der Patienten und Patientinnen über ihre körperliche Versorgung bis hin zu den vielgestaltigen Therapieformen, Freizeitangeboten und Arbeitsmöglichkeiten.

Den Besuchern werden alle Aspekte, die der „Rettung der Seele“ dienlich waren, anschaulich und informativ nach modernen museumspädagogischen Konzepten nahegebracht. Ebenfalls präsent sind auch unrühmliche, beklemmende Zeiten wie die des sogenannten Dritten Reichs der Nationalsozialisten (ausführlich aufgearbeitet und detailliert dargestellt ist dieser Aspekt im Württembergischen Psychiatriemuseum Zwiefalten). Berührend ist die Fragestellung am Ende der Ausstellung zur Psychiatrie: „Was bleibt?“ — vom Menschen, vom Individuum und seiner Persönlichkeit?
 

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Weitere Informationen zum Museum Kloster Schussenried

www.forschung-bw.de/history/psychiatricmuseum.php
infokloster-schussenried.de
www.kloster-schussenried.de
www.schloesser-und-gaerten.de
infolandesmuseum-stuttgart.de

 

Kunstausstellung — Vernissage in Bad Schussenried „Interpretationen des spanischen Mädchens“
Das Team des Württembergischen Psychiatriemuseums freut sich sehr, im Rahmen unserer fünften Wechselausstellung in 2014 eine besonders beachtenswerte und interessante Initiative anzukündigen. In den Räumlichkeiten der akademie südwest, Neues Kloster Bad Schussenried, eröffnen wir im Rahmen einer kleinen Vernissage am
Mittwoch, 10. Dezember 2014, 15.00 Uhr,
eine Kunstausstellung. Gezeigt werden Bilder eines gemeinsam vom Heimbereich / Geschäftsbereich Wohnen des ZfP Südwürttemberg in Ravensburg (Dr. Michael Konrad) zusammen mit dem Kunstmuseum Ravensburg (Dr. Nicole Fritz) initiierten Wettbewerbs, an dem gleichermaßen Psychiatrieerfahrene wie Schülerinnen und Schüler aus Ravensburg teilgenommen haben. Die Ergebnisse dieses im Sinne der sozialpsychiatrischen Debatte inklusiven Malwettbewerbs werden nun in den Räumen unserer Akademie, im 1. OG des Neuen Klosters Schussenried, anonymisiert gezeigt.
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