Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin
Verlag Psychiatrie und Geschichte
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Verlagsbücher

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Ralf Rosbach: Abschied von der „Totalen Institution“ Abschied von der „Totalen Institution“

Zur Entwicklung der Psychiatrie in Reichenau (Baden) und Münsterlingen (Thurgau) von 1945 bis 1996
Autor: Ralf Rosbach
 
Band 4 der wissenschaftlichen Reihe ‚Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive‘ beschäftigt sich mit der Anstaltspsychiatrie in der Nachkriegszeit.

Nach dem Kriegsende 1945 stand die deutsche Psychiatrie vor einem massiven Vertrauensverlust. Zahlreiche in der Psychiatrie Tätige waren in der NS-Zeit an Zwangssterilisationen und Massenmorden an psychisch Kranken beteiligt gewesen. Personelle Kontinuitäten, so auch in Reichenau, verstärkten das Misstrauen gegenüber der Psychiatrie. In vielen deutschen psychiatrischen Einrichtungen der Nachkriegszeit wurde darüber hinaus weiterhin eine kustodiale Psychiatrie praktiziert. Moderne Behandlungskonzepte fanden kaum Beachtung.
Anhand des Fallbeispiels des heutigen Zentrums für Psychiatrie Reichenau untersucht der Autor, ob der von Erving Goffman geprägte Begriff der „Totalen Institution“ die Situation in der Reichenau nach der Wiedereröffnung 1949 zutreffend beschreibt und wann der Abschied von der „Totalen Institution“ einsetzte. Im zweiten Teil des Buches wird in einem sozialgeschichtlichen Vergleich untersucht, inwiefern sich die deutsche Landesanstalt Reichenau und die schweizerische kantonale Anstalt Münsterlingen in der Nachkriegszeit unterschiedlich entwickelten. Das Buch möchte einerseits im Kern den Wandel der gelebten Regeln innerhalb der Institutionen Reichenau und Münsterlingen verfolgen und aufdecken, andererseits aber die Organisationsgeschichte der Reichenau von 1949 bis 1996 darstellen.
Ralf Rosbach promovierte über das Thema an der Universität Konstanz im Jahr 2017 und arbeitet heute am Zentrum für Psychiatrie Reichenau.
 
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2019
Im Buchhandel oder bei kostenfreiem Versand direkt vom Verlag:

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, Juli 2019
Gebunden, 312 Seiten, 16 Abbildungen.
ISBN 978-3-931200-27-5 | Preis: 20,90 Euro
Jasmin Nicklas: Verlegt ins Ungewisse Verlegt ins Ungewisse

Die Evakuierung psychiatrischer Institutionen im deutsch-französischen Grenzraum zu Beginn des Zweiten Weltkrieges
Autorin: Jasmin Nicklas
 
Der Band 3 der wissenschaftlichen Reihe ‚Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive‘ beschäftigt sich mit der Evakuierung psychiatrischer Einrichtungen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Im September 1939 mussten mehr als eine Million Menschen, die im deutsch-französischen Grenzraum lebten, ihre Heimat verlassen. Die deutsche wie die französische Regierung wiesen ihre eigene Bevölkerung an, sich ins Landesinnere zu begeben. Der Evakuierungsbefehl galt gleichsam für die psychiatrischen Institutionen, die sich in dieser Region befanden. Die Monografie von Jasmin Nicklas vergleicht den Ablauf dieser Evakuierungen, die in zweifacher Hinsicht einen Sonderfall darstellen: Einerseits erfolgte die Verlegung der Patientinnen und Patienten mit der gesamten Institution, was eine besonders große organisatorische Herausforderung bedeutete. Andererseits lebten Menschen mit psychischen Erkrankungen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich isoliert von der übrigen Bevölkerung. Im Deutschen Reich verschlimmerte sich ihre Situation seit Hitlers Machtübernahme bis hin zum systematischen Massenmord durch das nationalsozialistische Regime.
Neben dem deutsch-französischen Vergleich wird ferner für Deutschland nach einem möglichen Zusammenhang zwischen kriegsbedingter Evakuierung und den zentral organisierten Tötungen der „Aktion T4“ gefragt.
Jasmin Nicklas studierte Geschichte, Romanistik und Interkulturelle Kommunikation in Saarbrücken und Paris. Heute arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.
 
Seit 29. April 2019 erhältlich!
Im Buchhandel oder bei kostenfreiem Versand direkt vom Verlag.

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, April 2019
Gebunden, 192 Seiten, 14 Abbildungen.
ISBN 978-3-931200-26-8 | Preis: 18,90 Euro
Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit - Das Denkmal der grauen Busse Flugradbauer – Privatmönch – Visionär

Gustav Mesmer, sein religiöses Suchen und Denken
Autor: Ulrich Mack
 
Als Flugradbauer, Künstler und Erfinder ist Gustav Mesmer berühmt geworden. Fast unbemerkt geblieben ist der religiöse Hintergrund, den er für sein Leben, aber auch für sein handwerkliches und künstlerisches Schaffen hatte.

Der im oberschwäbischen Altshausen geborene Gustav Mesmer (1903-1994) hat sich in vielen kleinen Schriften und Notizen mit seinem christlichen Glauben auseinandergesetzt. Mesmer, der sechs Jahre im Benediktinerkloster Beuron verbrachte, und 36 Jahre in den psychiatrischen Krankenhäusern Schussenried und Weissenau bei Ravensburg, zeigt sich in seinen schriftlichen Zeugnissen als leiser Rebell gegen Kirche und dogmatischen Glauben, aber auch als selbstgewählter Heiliger und Visionär. Ulrich Mack geht aus der Sicht eines Seelsorgers dem Lebensweg von Gustav Mesmer nach und stellt dabei die Bedeutung des religiösen Suchens und Denkens für sein Leben als Psychiatriepatient und sein Wirken als Künstler heraus. Erstmals veröffentlicht werden in diesem Buch außerdem 23 Originaltexte von Gustav Mesmer.
 
Seit 23. April 2018 erhältlich!
Im Buchhandel oder bei kostenfreiem Versand direkt vom Verlag.

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, April 2018
Gebunden, 110 Seiten, 18 Abbildungen.
ISBN 978-3-931200-23-7 | Preis: 17,90 Euro
Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit - Das Denkmal der grauen Busse Vergangen?

Spurensuche und Erinnerungsarbeit — Das Denkmal der Grauen Busse
Hrsg. von Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel und Franz Schwarzbauer
 
Im Juni 2017 erscheint im Verlag Psychiatrie und Geschichte das Buch „Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit - Das Denkmal der grauen Busse“, mit Beiträgen von Aleida Assmann, Michael von Cranach und vielen anderen. Herausgegeben wird der Sammelband von Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel und Franz Schwarzbauer. Die Publikation zum Denkmal der grauen Busse in Ravensburg vereint Beiträge zur Geschichte und Erinnerungskultur der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und dokumentiert die Stationen der Reise des mobilen Denkmals zwischen Ravensburg und Berlin.
 
Ab Juni 2017 erhältlich!
Im Buchhandel oder bei kostenfreiem
Versand direkt vom Verlag.

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, Juni 2017
Gebunden
ISBN 978-3-931200-25-1 | Preis: 15,90 Euro
Psychiatrie in Oberschwaben Psychiatrie in Oberschwaben

Die „Weissenau“ bei Ravensburg zwischen Versorgungsfunktion und universitärer Forschung
Hrsg. von Thomas Müller, Uta Kanis-Seyfried, Bernd Reichelt und Renate Schepker
 
Der neue Band der wissenschaftlichen Reihe „Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive“ bietet in 16 Beiträgen und auf 400 Seiten einen Überblick über die aktuelle Forschung zur Geschichte der Psychiatrie in Oberschwaben und darüber hinaus.
 
Dieser Band ist einem breiten Themenspektrum der Geschichte der Psychiatrie und angrenzender Gebiete in der Region Oberschwaben gewidmet. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Geschichte der 1892 in Weissenau bei Ravensburg gegründeten ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt, heute Standort des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg, sowie die Geschichte weiterer psychiatrischer Klinikstandorte dieser Region.
Historisch untersucht werden Fragen der Fürsorge und der Unterbringung psychisch kranker Menschen, der Entwicklung verschiedener Berufsfelder, oder die Geschichte einzelner Subdisziplinen der Psychiatrie. Weitere Kapitel behandeln den internationalen Wissenstransfer, den Funktionswandel psychiatrischer Einrichtungen sowie deren Zweckentfremdung in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Studien zur Psychiatrie im Nationalsozialismus oder zum Geschlechterverhältnis im Rahmen der im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen gehören ebenfalls zum Spektrum dieses Bands. Die vorliegende Publikation schließt ab mit einer Darstellung des konkreten Umgangs mit der eigenen Geschichte: der Erinnerungskultur am Standort Weissenau des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg – seit Gründung der Ulmer Medizinischen Fakultät zugleich akademisches Krankenhaus dieser Universität.

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, April 2017
Gebunden, 400 Seiten
ISBN 978-3-931200-24-4 | Preis: 19,80 Euro
T 4. Ophelias Garten. Drama in 2 Akten T 4. Ophelias Garten

Drama in zwei Akten
Von Pietro Floridia. Übersetzt aus dem Italienischen von Kirsten Maria Düsberg. Herausgegeben von Thomas Müller
 
„Theater ist nie berührender, als wenn es das Große ins Kleine (um-)stürzt, so dass aus einem Fragment das Prisma wird, durch das sich das Ganze neu lesen lässt, so wie in Tiergartenstraße 4.“ Attilio Scarpellini (Theaterkritiker)
 
Pietro Floridias Theaterstück „T4. Ophelias Garten“ erzählt die tragische und zärtliche Geschichte zweier Frauen, die sich im Kriegswinter 1941 in Hamburg begegnen. Die eigenwillige und junge Ophelia, zuvor aus einer Klinik für geistig behinderte Menschen entlassen, lebt alleine in der Villa ihrer Eltern. Sie widmet sich ganz dem Garten und der Pflege ihrer Blumen. Gertrud ist Krankenschwester einer psychiatrischen Anstalt, und beauftragt, Ophelias „Fall“, im Sinne des euphemistisch als „Euthanasie“ oder „Aktion T4“ bezeichneten Massenmords an kranken und behinderten Menschen, zu überprüfen. Zwischen den beiden Frauen entsteht - unverhofft - eine Freundschaft, ein zartes Band, gewunden aus gegenseitiger Anteilnahme und Sorge, doch ob diese Beziehung der umgebenden Gewalt und dem Druck der Verhältnisse standhalten kann? Gertruds Zeugenaussagen nach Kriegsende geben den Blick frei auf die Szenen der bewegenden Begegnung in den Jahren zuvor. Die Arbeit der Compagnie Teatro dell´Argine hat Pietro Floridias Dramentext in ein Schauspiel verwandelt, das mit den beiden Interpretinnen Micaela Casalboni und Paola Roscioli seit 2002 mit großem Erfolg in zahlreichen italienischen Theatern aufgeführt wird. Möglich ist die Inszenierung des Stücks in deutscher Sprache oder in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Die deutsche Übersetzung stammt von Kirsten Düsberg, Autorin, Übersetzerin, Soziologin. Die deutsch-italienische Zusammenarbeit zwischen Autor, Compagnie, Übersetzerin und dem Verlag Psychiatrie und Geschichte bietet dem deutschsprachigen Publikum eine ungewöhnliche und bereichernde Perspektive auf die eigene und europäische Geschichte.
 
Das Buch ist hier direkt beim Verlag versandkostenfrei online bestellbar. Alternativ kann das Buch auch in der Bibliothek Zwiefalten, im Württembergischen Psychiatriemuseum Zwiefalten oder in Ihrer Buchhandlung erworben werden.

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, Juli 2016.
112 Seiten, fester Einband in Leinenausführung.
ISBN: 978-3-931200-22-0 | Preis: 15,90 €
Zeitenwende

Rezension von Margit Weichold in Soziale Psychiatrie 38. Jahrgang, Heft 4 / 2014:
Nachhaltige Hilfe: »Es soll und muss weitergehen«.     
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Zeitenwende

Dokumente eines psychiatrischen Unterstützungsprojekts in Rumänien
Herausgegeben von Paul-Otto Schmidt-Michel und Hans-Peter Elsässer-Gaißmaier

Deutsche NGOs in Osteuropa: das Beispiel Beclean e.V.
1990 lernten psychiatrisch Professionelle aus Baden-Württemberg eine psychiatrische Klinik im rumänischen Transsilvanien kennen: die Klinik in Beclean. Vielen Patientinnen und Patienten drohte dort seinerzeit ein frühzeitiges Sterben durch Nahrungsmangel, hygienische Vernachlässigung und hohe Infektionsrisiken. 2003 fanden die MitarbeiterInnen des Vereins identische Verhältnisse in der Klinik in Borsa (Kreis Cluj) vor. Das vorliegende Buch zeigt die Innenwelten dieser Kliniken und gibt einen sehr eindrucksvollen Bericht dessen, was der Verein Beclean e.V. in den Jahren 1990 bis 2013 unternahm, um sozialpsychiatrische Ziele umzusetzen.

Das Buch ist hier direkt beim Verlag bestellbar. Alternativ kann das Buch auch in der Bibliothek Zwiefalten oder in Ihrer Buchhandlung erworben werden.

Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten 2014.

144 Seiten, zahlr. farbige Abbildungen, fester Einband
ISBN: 978-3-931200-21-3 | Preis: 20,00 €
Spaziergänge der Seele Spaziergänge der Seele

Gedichte zwischen Poesie und Prosa

Autor: Armin Schwarzkopf

Gedichte sind „Spaziergänge der Seele“. So auch die Texte in diesem kleinen Band: Gedichte, zum Teil abgerundet mit einer Prise Prosa, so wie man auch einen Kuchen mit Salz verfeinern kann. Sie nehmen die Fantasie des Lesers sozusagen an der Hand und wandeln mit ihr auf den (manchmal steinigen) Lebenspfaden des Autors. Dieser möchte seine Erfahrungen mit dem Leser teilen, damit aus ihnen gelernt werden kann. Themenbereiche, die dabei gestreift werden, sind unter anderem die Schönheit der Natur, die Bewältigung von seelischen Problemen und Krankheit, Kreativität, Trennung von der ersten großen Liebe sowie philosophische Reflexionen.
Zum Autor: Armin Schwarzkopf, geboren 1977 in Geislingen/Steige, studierte Mechatronik/Mikroelektronik und arbeitete in der Entwicklungsabteilung eines namhaften deutschen Automobilzulieferers, bevor er an Psychose und Depressionen erkrankte. Die Auseinandersetzung mit der Erkrankung und die Verarbeitung biografischer Problemlagen fanden ihren Ausdruck nicht nur im Zeichnen, sondern auch im Schreiben. Armin Schwarzkopf lebt heute in Biberach an der Riß.

Gebunden, 56 Seiten | ISBN: 978-3-931200-20-6 | 10,00 €
Nach dem Tollhaus Nach dem Tollhaus

Zur Geschichte der ersten Königlich-Württembergischen Staatsirrenanstalt Zwiefalten

hrsg. von Thomas Müller, Bernd Reichelt und Uta Kanis-Seyfried

1812 wurde im Königreich Württemberg die erste "Staatsirrenanstalt" gegründet und in den nach der Säkularisation 1803 umgewidmeten Gebäuden des ehemals renommierten Benediktinerklosters in Zwiefalten am Fuß der Rauen Alb eingerichtet. Diese Nutzung als psychiatrische Anstalt löste im deutschen Südwesten vergleichsweise früh die unrühmliche Ära der Etablierung von "Tollhäusern" ab. Dies war eine wesentliche Voraussetzung dafür, sozial marginalisierte "Irre" als Kranke und damit auch als Patienten zu begreifen und anzuerkennen.
Die in diesem Band veröffentlichten Beiträge stellen neue Arbeiten zu verschiedensten Aspekten der 200-jährigen Entwicklung von Psychiatrie und Gesellschaft einer Region dar: "Zur Geschichte der ersten Königlich-Württembergischen Staatsirrenanstalt Zwiefalten".
Das Buch ist für 18,90 Euro in der Bibliothek Zwiefalten oder auch in Ihrer Buchhandlung erhältlich. Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten 2012.

Gebunden; 211 Seiten. ISBN: 978-3-931200-18-3 EUR 18,90
Katalog „Das Denkmal der Grauen Busse“

Zum Katalog „Das Denkmal der Grauen Busse“

Den Patientinnen und Patienten der sogenannten Euthanasie gedenken:

Als das Mahnmal unserer Klinik in Ravensburg-Weissenau, das auch unter dem Namen „Denkmal der Grauen Busse“ bekannt ist, im September 2011 in Köln vor dem Gebäude des Landschaftsverbands aufgestellt wurde, dem Rechtsnachfolger der Einrichtung, die während des Nationalsozialismus verantwortlich für viele der psychiatrischen Einrichtungen dieser rheinischen Region war, diskutierte der Kultur- und Medienausschuss des Bundestages in Berlin über das Für und Wider eines zentralen Gedenkorts für die Opfer der sogenannten Euthanasie in der Hauptstadt unseres Landes. Diese Debatte war auch durch das Ravensburger Mahnmal im Januar 2008 mit angestoßen worden, als dieses vor der Berliner Philharmonie aufgestellt wurde.
Als Täter-„Werkzeug“ des mordenden Personals von Grafeneck soll dieses Mahnmal an die nach aktuellem Forschungsstand 10.654 Opfer der sogenannten „zentralen Euthanasie“ während der Psychiatrie im Nationalsozialismus erinnern, die allein an diesem Ort auf der Rauen Alb bei Münsingen im Rahmen der in Berlin geplanten und via Stuttgart umgesetzten, sogenannten „zentralen Euthanasie“ getötet wurden. Sie waren Teil der insgesamt ungefähr 300.000 Menschen, psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung, von denen wir – geschätzt, aber begründet – annehmen müssen, dass sie im damaligen deutschen Staatsgebiet Opfer der zentral geplanten wie der dezentral durchgeführten Tötungen im Rahmen der „Euthanasie“ wurden.
Der künstlerische Entwurf, zudem nun seit Sommer 2012 ein erster Katalog vorliegt, sah seinerzeit vor, dass der mobile Teil des Mahnmals jeweils neue Standorte „er-fahren“ sollte, doch war seinerzeit an Strecken in Baden-Württemberg gedacht, die regionale ‚Heilanstalten‘ und Herkunftsorte von Patientinnen und Patienten mit dem Todesort Grafeneck verbinden sollten. Dass das Mahnmal bereits nach einem Jahr die Aufmerksamkeit der Interessierten in der Hauptstadt unserer Republik und später auch anderswo er-fuhr, war nicht vorhersehbar. Die große Bekanntheit, die dem Mahnmal inzwischen zu eigen ist, könnte es zum Kernsymbol für diese Opfergruppe machen.

Der Katalog ist vergriffen und über den Verlag nicht mehr zu beziehen.
Grafeneck-Prozess 60 Jahre Tübinger Grafeneck-Prozess.

Betrachtungen aus historischer, juristischer, medizinethischer und publizistischer Perspektive

hrsg. von Jörg Kinzig und Thomas Stöckle

Dieses kleine Bändchen versammelt die Vorträge, die am 8. Juni 2009 auf Schloss Hohentübingen anlässlich eines Symposiums zum so genannten Grafeneck-Prozess gehalten wurden, der auf den Tag genau vor 60 Jahren, im Jahr 1949, an derselben historischen Stätte begann. Vor dem Landgericht Tübingen hatten sich insgesamt acht Angeklagte wegen der Tötungen von 10.654 behinderten und psychisch kranken Menschen im Rahmen der so genannten Euthanasieaktionen der Nationalsozialisten zu verantworten. Ort der Verbrechen war, zwischen Januar und Dezember 1940, das Schloss Grafeneck bei Münsingen auf der Schwäbischen Alb(,) das kurz zuvor für „Zwecke des Reichs“ beschlagnahmt worden war.

72 Seiten, zahlr. Abbildungen und Karten
ISBN 978-3-931200-17-6 EUR 14,90
wissenstransfer Albert Zeller und die Psychiatrie Württembergs im 19. Jahrhundert

Hrsg. von Thomas Müller, Bodo Rüdenburg und Martin Rexer

Am Beispiel des Lebenswerks von Albert Zeller, seinen wissenschaftlichen Reisen und seinen Beziehungen zu Kollegen und Patienten wird die zunehmende Bedeutung des Wissenstransfers im 19. Jahrhundert für die europäische Psychiatrie beleuchtet. Illustriert werden die Texte mit dem reichhaltigen Material einer Ausstellung, die das viel beachtete Wirken von Albert Zeller in der ersten württembergischen Heilanstalt Winnenthal darstellt.

125 Seiten, 23 Abbildungen, fester Einband
ISBN 3-931200-16-9 EUR 17,80
zeller Albert Zellers medizinisches Tagebuch der psychiatrischen Reise durch Deutschland, England, Frankreich und nach Prag von 1832 bis 1833

Hrsg. von Gerhart Zeller

Band 1: Reisetagbuch, Band 2: Erläuterungen

Albert Zeller, einer der wenigen großen Psychiater, die Süddeutschland hervorgebracht hat, besuchte von Februar 1832 bis April 1833 die vorbildlichsten Anstalten für Geisteskranke in Europa. Er sollte die fortschrittlichsten Kenntnisse und Errungenschaften für den Aufbau der ersten reinen Heilanstalt im Königreich Württemberg nutzen. Nachts, oft allein in unwirtlichen Gasträumen, hat er seine Erlebnisse und Einblicke notiert und geistreich und spannend kommentiert.

414 Seiten, zahlr. meist farbige Abbildungen
ISBN 978-3-931200-15-2 EUR 27,80
Zustände Zustände

Fotoreportagen aus der Psychiatrie von Rupert Leser
Bilderkatalog zur Rupert Leseraustellung

80 Seiten, 49 Abbildungen, fester Einband
ISBN 3-931200-08-6 EUR 10,00
Die Weissenau Die Weissenau: Psychiatrisches Krankenhaus von 1945 bis 1990

Der Weg von der "Heilanstalt" zum Akademischen Krankenhaus, von der Ausgrenzung der Patienten zum psychosozialen Netzwerk, von der kustodialen zur psychotherapeutischen Psychiatrie, von der undifferenzierten Unterbringung bis zur fachlichen Spezialisierung - hier wird er spürbar und überzeugend miterlebbar. Und dies betrifft nicht nur die Patienten und deren jeweiliges Schicksal, sondern auch die in diesen Jahrzehnten in der Institution tätigen Mitarbeiter

102 Seiten, 30 Abb., fester Einband,
ISBN 3-931200-06-X EUR 12,40
Würdig einer liebevollen Pflege Würdig einer liebevollen Pflege

"Die Idee, welche die Vorsteher des Instituts bei der Behandlung der Irren leitet, ist die Idee der Menschlichkeit: - Der Mensch, unser Bruder, bleibt in allen Formen u. Abstufungen von Verwirrungen immer noch das Ebenbild Gottes, und ist auch dessen Geist bis zur Tierheit herabgesunken, ein Gegenstand des menschlichen Mitgefühls, würdig einer sorgfältigen Pflege."
Dr. Andreas Elser, Leiter der Zwiefalter Anstalt, im Jahr 1825

Die gut recherchierte Monographie stellt den Alltag in den
Staatlichen Heil- und Pflegeanstalten Zwiefalten, Winnenthal und Schussenried in lebendigen Bildern dar. Dargestellt werden die konkreten Verhältnisse aus der Sicht der Ärzte, des Pflegepersonals und der untergebrachten Patienten.

149 Seiten, 13 Abb., fester Einband,
ISBN 3-931200-05-1 EUR 14,90
Euthanasie Euthanasie, Krankenmorde in Südwestdeutschland

Hrsg. von Hermann J. Pretsch

Anhand einzelner Schicksale ermordeter Kranker, Berichten von Überlebenden und Augenzeugen wird eine Übersicht über die "Aktion T4" in Südwestdeutschland gegeben, der vor mehr als 50 Jahren über 10.000 psychisch kranke und behinderte Männer, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen sind.

Der Ruf nach "Kostensenkung im Gesundheitswesen", die neue "Euthanasie-Debatte" und die Einschränkung von Patientenrechten durch die sogenannte "Bioethik" geben diesem Buch eine Aktualität, die weit über die historische Darstellung hinausreicht. Gezeigt wird, was Kosten-Nutzen-Rechnungen gegenüber Krankheit und Alter hervorbringen können.

220 Seiten, 40 Abb. und 10 Tab., fester Einband,
ISBN 3-931200-01-9 EUR 14,90
Arm, weiblich wahnsinnig Arm, weiblich - wahnsinnig?

Die erhalten gebliebenen Krankenakten von Frauen, die zwischen 1812 und 1871 in die Königliche  Heil- und Pflegeanstalt Zwiefalten eingewiesen wurden, bilden die Grundlage der vorliegenden Arbeit. 

Ihre umfassende Auswertung vermittelt einen Einblick in den alltäglichen Umgang mit Frauen, die in ihrem Verhalten von den geltenden Normen abgewichen waren und einer von Männern beherrschten Psychiatrie ausgeliefert wurden.
Anhand der Fülle des zeitgenössischen Materials hat die Autorin herausgearbeitet, was Männer und was vor allem Frauen in den
Augen der ärztlichen Gutachter psychisch krank macht.

131 Seiten, 15 Abbildungen, fester Einband,
ISBN 3-931200-03-5 EUR 4,90 (früher: 12,40)
Gewalt verrueckt Gewalt ver-rückt die Seele

Beiträge zum Thema sexueller Mißbrauch und psychischer Erkrankung

Mit Beiträgen von Brigitta Eberspächer u.a.

Sensibilisiert durch die öffentliche Diskussion um den sexuellen Missbrauch in der Kindheit und im Jugendalter stoßen die psychiatrisch Tätigen - Therapeutinnen, Pflegerinnen, Ärztinnen und Sozialarbeiterinnen - immer häufiger auf Hinweise von sexuellen Gewalterfahrungen als Ursache psychischer Störungen.

Die Suche nach Möglichkeiten, diese Erfahrungen in Arbeits- und Behandlungskonzepte mit einzubeziehen, gaben im Dezember 1993 Anstoß zur Tagung "Gewalt ver-rückt die Seele. Sexueller Mißbrauch und psychische Erkrankung" in der Münsterklinik Zwiefalten, deren Beiträge jetzt in diesem Band vorgelegt werden.

62 Seiten, 6 Abb., fester Einband,
ISBN 3-931200-02-7 EUR 12,40
Gewalt verrueckt Wie wir das Kriegsende erlebten

Die Tagebuchaufzeichnungen der Maria Metzger

Das Tagebuch der Maria Metzger beschreibt das Kriegsende und die französische Besatzungszeit von April 1945 bis Januar 1948 in Zwiefalten.

Die Verfasserin war die Ehefrau des Ökonomieverwalters der Staatlichen Heil- und Pflegeanstalt Zwiefalten, den die französische Militärregierung als überzeugten Gegner der Nationalsozialisten nach der Befreiung als Bürgermeister eingesetzt hatte.

Beim Lesen der sehr persönlich gehaltenen Schilderungen entsteht ein eindrucksvolles Bild über die Angst, das Leid, den Glauben und die Hoffnung einer Mutter, deren Söhne im Krieg vermißt und nicht mehr heimkehren werden.

75 Seiten, 11 Abbildungen, Hardcover,
ISBN 3-931200-00-0 EUR 7,90
Vom Anstaltspfleg Vom Anstaltspflegling zum Psychiatrieerfahrenen

Stationen sozialpsychiatrischer Entwicklung im Südwestdeutschland

Hrsg. von Hans Kayser

Erstaunlich aktuell sind die Argumente, die vor 100 Jahren zur Gründung des Hilfsvereins für reconvaleszente Geisteskranke in Württemberg geführt haben: Aus der Kritik an der überfüllten Anstaltspsychiatrie war die Forderung nach einer gemeindenahen Betreuung entstanden, die psychisch Kranken eine uneingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sichern soll. Mit diesem Ziel hat der Hilfsverein Krieg, wirtschaftliche Depression und Nationalsozialismus überstanden, und er ist heute ein festes Standbein der Sozialpsychiatrie in Baden-Württemberg, in der die professionellen und ehrenamtlichen Helfer mit Angehörigen und Betroffenen zusammenarbeiten.

127 Seiten, 19 Abbildungen, fester Einband,
ISBN 3-931200-04-3 EUR 14,90