Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin
Neuigkeiten

 

3. Tagung
Historisches Wissen und gesellschaftlicher Bildungsauftrag
am Beispiel des Nationalsozialismus in Württemberg


Zahlreiche Initiativen, Museen, Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Forschungseinrichtungen im Süden Baden-Württembergs beschäftigen sich in beeindruckender Vielfalt mit den unterschiedlichen Facetten nationalsozialistischer Politik, den NS-Verbrechen sowie dem Widerstand hiergegen. Am 21. und 22. Juli 2022 wird zum dritten Mal eine Arbeitstagung – initiiert aus unserem Forschungsbereich für Geschichte und Ethik der Medizin - die Möglichkeit zum inhaltlich-wissenschaftlichen Austausch zwischen engagierten Menschen und Institutionen aus dem südlichen Württemberg und benachbarten Landesteilen bieten. Wie die initiierende Tagung in Ravensburg-Weissenau im Jahr 2018 und die Folgetagung im März 2020 in Weingarten dient diese Zusammenkunft der Diskussion aktueller Forschungen und Arbeitsweisen in den Einrichtungen und dem Anbahnen weiterer zukünftiger Kooperationen, wie sie bereits seither neu entstanden sind. Die Herausforderungen einer nachhaltigen zivilgesellschaftlichen Diskussion zu den Themen Geschichte und Erinnerung vor dem Hintergrund politischer Entwicklung bleiben ein aktueller Gegenstand dieses Tagungsformats.

Im Akademie-Tagungshaus Weingarten 21.–22. Juli 2022

Programm (PDF) >>
Anmeldung: www.akademie-rs.de/vakt_24818
Anreise: www.akademie-rs.de/weingarten-anreise
 

 

28.04.2022
Ausstellung des Württembergischen Psychiatriemuseums in Reutlingen

REUTLINGEN - Am 27. April 2022 wurde mit einer Vernissage die Ausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“ – Zum Umgang mit menschenfeindlicher und demokratieverachtender Sprache“ in der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik (PP.rt) in Reutlingen eingeweiht. Die Ausstellung, die bis einschließlich Montag, 15. Mai, in den Räumen des Tagesklinik- und Ambulanzzentrums an der Echaz (EchTAZ) besichtigt werden kann, ist Resultat der Kooperation des Württembergischen Psychiatriemuseums bzw. des Forschungsbereichs für Geschichte und Ethik der Medizin am ZfP Südwürttemberg mit dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm (DZOK). Die Ausstellung, die bisher in Baden-Württemberg bereits an 40 Standorten – darunter auch in Südwürttemberg – zu sehen war, widmet sich den Traditionslinien menschenfeindlicher und demokratieverachtender Begriffe und Sprechweisen und baut hier eine Brücke zur Psychiatriegeschichte im Nationalsozialismus. Die im PP.rt von Prof. Gerhard Längle und Dr. Frank Schwärzler initiierte Ausstellung ist didaktisch modern, selbsterklärend und bietet auch über QR-Codes zugängliches Material im Internet an, anhand dessen beispielhaft die problematische und gefährliche Begriffsgeschichte von Begriffen wie „Lügenpresse“ oder „asozial“ oder „Volksgemeinschaft“ aufgezeigt wird. Dr. Bernd Reichelt und Prof. Thomas Müller, zusammen mit PP.rt-Geschäftsführer Christian Freisem eröffneten und erläuterten die Ausstellung für die Teilnehmenden der Vernissage. Im PP.rt sind weitere Informationen zu Öffnungszeiten und inhaltliche Anleitung bei Saskia Zimmer, Assistenz der Betriebsleitung, zu erhalten.

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07.04.2022
Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (DZOK)

Zum Umgang mit demokratiefeindlicher und menschenverachtender Sprache
„MAN WIRD JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“


Menschen verbal niederzumachen und die Demokratie anzugreifen, gehörte zum Wesen des Nationalsozialismus. „Lügenpresse“ war zum Beispiel ein Kampfbegriff, der zwischen 1933 und 1945 in aller Munde war und heute wieder Verwendung findet: in sozialen Medien, im Alltag und in der Politik rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. Die Ausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ stellt demokratiefeindliche und menschenverachtende Begriffe von damals und heute vor; außerdem eigentlich neutrale Begriffe, die als Waffe benützt werden können. Die Ausstellung fragt: Was bedeuten diese Wörter? Wie wurden sie früher und wie werden sie heute verwendet? Und was kann man gegen die Giftwirkung von Sprache tun? Das Ausstellungsprojekt im ZfP Südwürttemberg ist Ergebnis der Kooperation mit der Historischen Forschung mit dem DZOK Ulm.

Die Ausstellung ist vom 26. April bis zum 16. Mai 2022 werktags von 9 bis 16 Uhr in der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik – PP.rt, Tagesklinik, Ambulanzzentrum an der Echaz (EchTAZ), Lindachstr. 43, 72764 Reutlingen, zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte beachten Sie die gültigen Corona-Regelungen.

Plakat zur Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (PDF)

 

07.04.2022
REICHENAU – Die Wechselausstellung des Württembergischen Psychiatriemuseums „Künstler-Patient*innen aus Württemberg und Baden - (Aus-)Wege und (Selbst-)Verwirklichung“ porträtiert psychiatrieerfahrene Menschen, die Kunst auf verschiedenen Gebieten bereichert haben.

Aus den ehemaligen Heilanstalten Zwiefalten, Schussenried und Weissenau werden vier künstlerisch tätige Patienten ausführlich beschrieben: Friedrich Pöhler, Gustav Mesmer, August Natterer und Albert Speck. Ergänzt werden sie von den Patientinnen Else Blankenhorn (Reichenau) und Helene Maisch (Illenau), beides Patientinnen aus psychiatrischen Einrichtungen in Baden.
Da die konservatorischen Anforderungen an diese Werke es heute nicht mehr zulassen, die Originale erneut an diesen Orten auszustellen, soll die Wanderausstellung die empfundene Kluft überbrücken.
Die Ausstellung präsentiert die Biografien der Künstler*innen und zeigt die persönlichkeits- und künstlerisch bedingten Unterschiede zwischen diesen Menschen sowie auch deren Gemeinsamkeiten, die vor allem auf Erfahrungen mit der zeitgenössischen Psychiatrie zurückzuführen sind.

Die Ausstellung ist vom 31. März bis zum 26. August 2022 täglich von 9 bis 17 Uhr im Verwaltungsflur des ZfP Reichenau (Haus 1) zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte denken Sie an ihren Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.

Verantwortlich für die Ausstellung sind Prof. Dr. Thomas Müller, Dr. Uta Kanis-Seyfried sowie Dr. Bernd Reichelt vom Württembergischen Psychiatriemuseum.

Plakat zur Wanderausstellung der„Künstler-Patient*innen“ (PDF)

 

03.03.2022
Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (DZOK)

Zum Umgang mit demokratiefeindlicher und menschenverachtender Sprache
„MAN WIRD JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“


Menschen verbal niederzumachen und die Demokratie anzugreifen, gehörte zum Wesen des Nationalsozialismus. „Lügenpresse“ war zum Beispiel ein Kampfbegriff, der zwischen 1933 und 1945 in aller Munde war und heute wieder Verwendung findet: in sozialen Medien, im Alltag und in der Politik rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. Die Ausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ stellt demokratiefeindliche und menschenverachtende Begriffe von damals und heute vor; außerdem eigentlich neutrale Begriffe, die als Waffe benützt werden können. Die Ausstellung fragt: Was bedeuten diese Wörter? Wie wurden sie früher und wie werden sie heute verwendet? Und was kann man gegen die Giftwirkung von Sprache tun? Das Ausstellungsprojekt im ZfP Südwürttemberg ist Ergebnis der Kooperation mit der Historischen Forschung mit dem DZOK Ulm.

Die Ausstellung ist vom 14. März bis zum 20. April 2022 täglich von 9 bis 17 Uhr im Gustav-Mesmer-Haus des ZfP Südwürttemberg, Pfarrer-Leube-Str. 29, Bad Schussenried zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte denken Sie an ihren Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.

Plakat zur Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (PDF)

 

24.11.2021
Tagungsbericht „Arbeitskreis Psychiatriegeschichte Baden-Württemberg. Jahrestagung 2021“ (ZfP Emmendingen, 16.09.2021)

Autor*innen: Katharina Witner, Bernd Reichelt, Thomas Müller, in: H-Soz-Kult, 20.11.2021
https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-9150
 

 

18.11.2021
Schloss Dellmensingen 1942. Ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg.

Eine Ausstellung des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim mit regionalen Bezügen zu Zwiefalten

Im Zuge der Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums durch das nationalsozialistische Deutschland entstanden auch in Württemberg seit Herbst 1941 eine Reihe jüdischer Zwangsaltenheime. Zwei dieser Einrichtungen waren zum einen in Schloss Dellmensingen, zwischen Laupheim und Ulm, sowie im ehemaligen Armenhaus in Tigerfeld, nahe Zwiefalten eingerichtet worden. Im Frühjahr 1942 wurden nach Dellmensingen 130, nach Tigerfeld mindestens 47 zumeist ältere, jüdische Württemberger*innen zwangsweise umgesiedelt. Im August 1942 wurden die Zwangsaltenheime endgültig geschlossen und die verbliebenen Insassen in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Insgesamt sechs Personen aus diesen Einrichtungen überlebten die Shoah. Im Fokus der aktuellen Wechselausstellung, für die der Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm verantwortlich zeichnet, stehen das Schicksal der jüdischen Patientinnen und Patienten als auch die Geschichte des jüdischen Zwangsaltenheims in Tigerfeld. Diese Themen stellen eine inhaltliche Erweiterung der Ausstellung aus Laupheim „Schloss Dellmensingen 1942“ dar.

Verlängerung der Ausstellung bis zum 01. März 2022.
Die Ausstellung war vom 22.11.2021 bis zum 31.01.2022 täglich von 9 bis 17 Uhr
im Gustav-Mesmer-Haus des ZfP Südwürttemberg-Bad Schussenried, Pfarrer-Leube-Straße 29 in Bad Schussenried zu sehen.
Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Änderungen aufgrund der aktuellen Pandemielage sind möglich. Bitte informieren Sie sich telefonisch ggfls. vorab. Pandemiebedingt findet keine Vernissage statt. Führungen sind auf Anfrage möglich: 07373 / 10 3113.

 

 

01. und 02.10.2021
Organisation einer attraktiven „Herbstschule“ zum Themenfeld Psychiatrie – Gegenwartsphilosophie – neuropsychologische Experimentalwissenschaften. Der Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm in Ravensburg ist beteiligt an einer weiteren Reichenauer Herbstschule in 2021
 
FlyerWebinar (pdf)
 

 

29.09.2021
Die Ausstellung „Künstler-Patient*innen“ aus Württemberg und Baden — (Aus-)Wege und (Selbst-)Verwirklichung ist seit dem 22. September im neu eröffneten Psychiatriemuseum auf dem Gelände des ZfP Emmendingen zu sehen.

Die seitens des Teams des Württembergischen Psychiatriemuseums und seinen Kooperationspartner*innen erarbeitete Wechselausstellung wurde im Rahmen der Jahrestagung 2021 des Arbeitskreises Psychiatriegeschichte Baden-Württemberg Mitte September in Emmendingen aufgebaut. Sie stellt die Erweiterung einer ehemaligen Ausstellung des Württembergischen Psychiatriemuseums am Standort Weissenau dar. Es werden Menschen porträtiert, die psychische Erkrankungen erfahren haben und die auf ihre individuelle Art und Weise die Kunst auf verschiedenen Gebieten bereichert haben. Neben den künstlerisch tätigen Patienten Friedrich Pöhler, Gustav Mesmer und August Natterer stellt die erweiterte Ausstellung Patient*innen aus weiteren psychiatrischen Einrichtungen aus Württemberg und Baden vor: Albert Speck (Zwiefalten), Else Blankenhorn (Reichenau) und Helene Maisch (Illenau).

Ausstellungsdauer: vom 22.09.2021 bis voraussichtlich 31.01.2022.
Nächster Ausstellungsort: ZfP Reichenau im Jahr 2022.
Verantwortlich für die Ausstellung: Prof. Dr. Thomas Müller, Dr. Uta Kanis-Seyfried, Dr. Bernd Reichelt.


 

Schloss Dellmensingen 1942. Ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg.
Eine Ausstellung des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim mit regionalen Bezügen zu Zwiefalten

Die Ausstellung ist vom 1.6.—30.9.2021 täglich von 9 bis 17 Uhr
im Württembergischen Psychiatriemuseum/ZfP Südwürttemberg am Standort Zwiefalten,
Hauptstraße 9 in Zwiefalten zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich.

 

 

Internationaler Museumstag 2021

Eine digitale Auskopplung aus der Ausstellung
MAN WIRD JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN


In Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm
Die digitalen Inhalte sind online exklusiv vom 14.5.—23.5.2021 verfügbar.

 

 

08.04.2021
Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (DZOK)

Bedingt durch die Corona-Pandemie wird die aktuelle Wechselausstellung des Württembergischen Psychiatriemuseums „Man wir ja wohl noch sagen dürfen“ bis zum 29. April 2021, insofern die Entwicklung die Weitereröffnung der Ausstellung erlaubt, verlängert. Die Interessierten, die noch keine Gelegenheit hatten, die sehenswerte Ausstellung, die Geschichte und Gegenwart auf beeindruckende Art und Weise zu verknüpfen versteht, werden eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen.

Menschen verbal niederzumachen und die Demokratie anzugreifen, gehörte zum Wesen des Nationalsozialismus. „Lügenpresse“ war zum Beispiel ein Kampfbegriff, der zwischen 1933 und 1945 in aller Munde war und heute wieder Verwendung findet: in sozialen Medien, im Alltag und in der Politik rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. Aber auch der Begriff „asozial“ macht uns heute in der Psychiatrie Tätige noch immer betroffen, in seiner stigmatisierenden historischen, wie auch in der umgangssprachlichen und gegenwärtigen Anwendung – zumal hiermit seinerzeit auch psychisch Kranke entwertet wurden.
Die Ausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ stellt demokratiefeindliche und menschenverachtende Begriffe von damals und heute vor; außerdem eigentlich neutrale Begriffe, die als Waffe benützt werden können. Die Ausstellung fragt: Was bedeuten diese Wörter? Wie wurden sie früher und wie werden sie heute verwendet? Und was kann man gegen die Giftwirkung von Sprache tun? Schlagworte: Asozial, Heimat, Lügenpresse, Schuldkult, völkisch, Volk, Volksgemeinschaft, Widerstand .

Das Ausstellungsprojekt im ZfP Südwürttemberg ist Ergebnis der Kooperation zwischen dem Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin am ZfP Südwürttemberg und dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK) in Ulm.
Sie ist noch bis Donnerstag, 29. April 2021 täglich von 9 bis 17 Uhr im Verwaltungsbau des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten, zu sehen, kostenfrei und frei zugänglich.
Bitte denken Sie an ihre FFP2-Maske und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.

 

 

08.04.2021
Wechselausstellung zur jüdischen Geschichte
Schloss Dellmensingen 1942. Ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg. Eine Ausstellung des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim - mit regionalen Bezügen zu Zwiefalten und Tigerfeld

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie verschiebt sich der Ausstellungszeitraum um einen Monat. Sie ist vom 1. Juni bis 30. September 2021 in Zwiefalten zu sehen.


Das Württembergische Psychiatriemuseum in Zwiefalten zeigt eine Wechselausstellung, die sich mit dem Schicksal von älteren und zum Teil pflegebedürftigen jüdischen Württemberger*innen beschäftigt. Vor dem Hintergrund der im Nationalsozialismus geplanten Vernichtung des europäischen Judentums entstand auf regionaler Ebene in Württemberg seit Herbst 1941 eine Reihe von „jüdischen Wohnheimen“, bei denen es sich faktisch um Zwangsaltenheime handelte. Sie dienten als Zwischenstationen auf dem Weg in den Tod. Eines dieser Heime war Schloss Dellmensingen, in der Nähe von Laupheim, in Oberschwaben. Zwischen März und August 1942 wurden hierher 128 zumeist ältere und zum Teil pflegebedürftige jüdische württembergische Bürger*innen zunächst zwangsweise umgesiedelt. Die Ausstellung widmet sich erstmals diesem Thema und erinnert mit den Alten und Gebrechlichen der 1942 noch verbliebenen jüdischen Bevölkerung zugleich an eine noch wenig beachtete Opfergruppe des NS-Staats, für die es bis zur endgültigen Deportation in die Konzentrations- und Vernichtungslager kein Entkommen mehr gab. Die im Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim im Jahre 2020 gezeigte Wanderausstellung „Schloss Dellmensingen 1942. Ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg“ erfährt in Zwiefalten eine Ergänzung, die vom Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm erarbeitet wurde. Erstmals thematisiert wird zum einen das „Jüdische Wohnheim“, ein ebensolches Zwangsaltenheim in dem nahe Zwiefalten gelegenen Albdorf Tigerfeld, in dem von März bis August 1942 etwa 50 Menschen untergebracht waren. Zum anderen wird über die jüdischen Patient*innen in der ehemaligen Heilanstalt Zwiefalten berichtet, die 1939 zur Sammeleinrichtung für jüdische Psychiatriepatient*innen in Württemberg bestimmt worden war. Die Patient*innen wurden 1940 Opfer der „Aktion T4“, der zentralen NS-„Euthanasie“, der Vernichtungsmaschinerie des Holocaust oder starben noch vor Ort in der Heilanstalt.

Die Ausstellung ist vom 1. Juni 2021 bis zum 30. September 2021 täglich von 9 bis 17 Uhr im Württembergischen Psychiatriemuseum / ZfP Südwürttemberg am Standort Zwiefalten, Hauptstraße 9 in Zwiefalten, zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte denken Sie an ihren Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.
 

 

23.2.2021
Neuer Band der Wissenschaftlichen Reihe
Global vernetzte Psychoanalyse
Die International Federation of Psychoanalytic Societies (IFPS) zwischen 1960 und 1980

Im 6. Band der wissenschaftlichen Reihe ‚Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive‘ verfolgt Andrea Huppke die Gründungs- und Entwicklungsgeschichte der IFPS und stellt sie in den theoretischen Kontext der Auseinandersetzung zwischen den divergierenden psychoanalytischen Strömungen.

Erscheinungsdatum: 23. Februar 2021
Im Buchhandel oder bei kostenfreiem Versand direkt vom Verlag: HIER
 

 

27. Januar 2021: Den Opfern des Nationalsozialismus gedenken – in neuer Form

Bedingt durch die Coronavirus-Pandemie, gedenkt das ZfP Südwürttemberg/Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm in Ravensburg den Opfern des Nationalsozialismus im Jahr 2021 auf neue Weise. Mit der Online-Aufführung des Theaterstücks „T4. Ophelias Garten“ soll das gemeinsame Gedenken am 27. Januar auch in der Krise ermöglicht werden.

Am 27. Januar gedenkt das ZfP Südwürttemberg alljährlich der 691 Frauen und Männer, die als Patientinnen und Patienten der ehemaligen Heilanstalt Weissenau in den Jahren 1940 und 1941 in den Vernichtungsstätten Grafeneck und Hadamar mit Kohlenmonoxid-Gas ermordet wurden. Traditionell wird hierzu am Denkmal der Grauen Busse ein Kranz niedergelegt, während von den Türmen der Klosterkirche 691 Glockenschläge erklingen.

Zum 25. Mal jährt sich der von Roman Herzog auf einen Hinweis von Ignatz Bubis mit der Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz seitens der sowjetischen Armee verbundene Gedenktag im Jahr 2021. Da Veranstaltungen, bei denen viele Gäste zusammenkommen, in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nicht angezeigt sind, begeht unsere Klinik den Gedenktag 2021 auf innovative Weise: Alle Interessierten sind eingeladen, sich am 27. Januar um 17 Uhr das Theaterstück „T4. Ophelias Garten“ online anzusehen – also jede:r für sich und doch gemeinsam. Eine öffentliche Präsenzveranstaltung wird es nicht geben.

Unter dem Link www.zfp-web.de/unternehmen/erinnern-und-gedenken kann das Video der Theateraufführung vom PC, Laptop oder Smartphone aus angesehen werden. Es eignet sich auch für die Verwendung im Unterricht, wofür ergänzend eine didaktische Handreichung erstellt wurde.
Flyer zum Gedenktag (pdf)

Ein Projekt des Forschungsbereichs für Geschichte und Ethik der Medizin, zusammen mit dem Verlag „Psychiatrie und Geschichte“ Zwiefalten, sowie der Arbeitsgruppe Gedenktag des ZfP am Standort Ravensburg
Der italienische Bühnenautor Pietro Floridia hat die Ermordung psychisch Kranker und geistig Behinderter zum Thema seines Dramas „T4. Ophelias Garten“ gemacht. Die „Banalität des Bösen“, wie sie die Philosophin und Publizistin Hannah Arendt beschreibt, bekommt ein Gesicht in der ungewöhnlichen Freundschaft zweier Frauen – der Krankenschwester Gertrud und der „andersartigen“ Ophelia. „T4.

Ophelias Garten“ ist nach Vorarbeit durch den genannten Forschungsbereich 2016 im Verlag Psychiatrie und Geschichte erstmals auf Deutsch erschienen. Uraufgeführt wurde das ursprünglich italienische Stück in seiner deutschsprachigen Fassung im Januar 2020 am ZfP-Standort Bad Schussenried. Für das Online-Angebot am Gedenktag und zur Verwendung in Schulklassen hat das ZfP Südwürttemberg es aufwändig, da unter Einhaltung geltender Hygiene-, Abstands- und Lüftungsregelungen, und professionell aufzeichnen lassen. Realisiert werden konnte dies nur durch das große Engagement der Laiendarsteller:innen, weiterer ZfP-Mitarbeiter:innen, des Verlags Psychiatrie und Geschichte und zahlreicher Freiwilliger im Hintergrund.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und Ihr Interesse. Lassen Sie uns auch in herausfordernden Zeiten miteinander im Gespräch bleiben. Zukunft braucht Erinnerung.


 

20.11.2020
Schloss Dellmensingen 1942. Ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg.
Eine Ausstellung des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim mit regionalen Bezügen zu Zwiefalten


Ab Mai 2021 zeigt das Württembergische Psychiatriemuseum in Zwiefalten eine Wechselausstellung, die sich mit dem Schicksal von älteren und zum Teil pflegebedürftigen jüdischen Württembergerinnen und Württembergern beschäftigt. Vor dem Hintergrund der im Nationalsozialismus geplanten sog. „Endlösung“ wurden diese Menschen in eigens für jüdische Deutsche etablierte Zwangsaltenheime in Württemberg, die als Zwischenstationen auf dem Weg in die Vernichtung dienten, zwangsweise umgesiedelt. Die im Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim im Jahre 2020 gezeigte Wanderausstellung „Schloss Dellmensingen 1942. Ein jüdisches Zwangsaltenheim in Württemberg“ erfährt in Zwiefalten eine Ergänzung, die vom Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm erarbeitet wurde. Zum einen wird ein jüdisches Zwangsaltenheim in dem nahe Zwiefalten gelegenen Albdorf Tigerfeld thematisiert. Zum anderen wird über die jüdischen Patientinnen und Patienten in der ehemaligen Heilanstalt Zwiefalten berichtet, die 1939 zur Sammeleinrichtung für „jüdische Psychiatriepatienten“ in Württemberg bestimmt worden war. Diese Menschen wurden 1940 Opfer der „Aktion T4“, der zentralen NS-„Euthanasie“, zum Teil auch des Holocaust, oder starben vor Ort in der Heilanstalt.

Die Ausstellung ist vom 1. Mai 2021 bis zum 31. August 2021 täglich von 9 bis 17 Uhr im Württembergischen Psychiatriemuseum / ZfP Südwürttemberg am Standort Zwiefalten, Hauptstraße 9 in Zwiefalten, zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte denken Sie an ihren Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.
 

 

19.11.2020
Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (DZOK)

Zum Umgang mit demokratiefeindlicher und menschenverachtender Sprache
„MAN WIRD JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“


Menschen verbal niederzumachen und die Demokratie anzugreifen, gehörte zum Wesen des Nationalsozialismus. „Lügenpresse“ war zum Beispiel ein Kampfbegriff, der zwischen 1933 und 1945 in aller Munde war und heute wieder Verwendung findet: in sozialen Medien, im Alltag und in der Politik rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. Die Ausstellung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ stellt demokratiefeindliche und menschenverachtende Begriffe von damals und heute vor; außerdem eigentlich neutrale Begriffe, die als Waffe benützt werden können. Die Ausstellung fragt: Was bedeuten diese Wörter? Wie wurden sie früher und wie werden sie heute verwendet? Und was kann man gegen die Giftwirkung von Sprache tun? Das Ausstellungsprojekt im ZfP Südwürttemberg ist Ergebnis der Kooperation mit der Historischen Forschung mit dem DZOK Ulm.

Die Ausstellung ist vom 11. Januar bis zum 28. Februar 2021 täglich von 9 bis 17 Uhr im Verwaltungsbau des ZfP Südwürttemberg, Hauptstraße 9 in Zwiefalten, zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte denken Sie an ihren Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.

Plakat zur Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm (PDF)
 

 

07.10.2020
Ausstellung Künstler-Patient*innen:
(Aus-)Wege und (Selbst-)Verwirklichung

ZWIEFALTEN — Das Württembergische Psychiatriemuseum zeigt ab dem Welttag für Seelische Gesundheit die Wechselausstellung „Künstler-Patient*innen aus Württemberg und Baden — (Aus-)Wege und (Selbst-)Verwirklichung“. Porträtiert werden psychiatrieerfahrene Menschen, die Kunst auf verschiedenen Gebieten bereichert haben.

Aus den ehemaligen Heilanstalten Zwiefalten, Schussenried und Weissenau werden vier künstlerisch tätige Patienten portraitiert: Friedrich Pöhler, Gustav Mesmer, August Natterer und Albert Speck. Ergänzt werden sie von Patientinnen aus zwei weiteren psychiatrischen Einrichtungen aus Baden: Else Blankenhorn (Reichenau) und Helene Maisch (Illenau). Die Ausstellung präsentiert die Biografien der Künstler*innen und zeigt die persönlichkeits- und künstlerisch bedingten Unterschiede zwischen diesen Menschen sowie auch deren Gemeinsamkeiten, die vor allem auf Erfahrungen mit der zeitgenössischen Psychiatrie zurückzuführen sind.

Die Ausstellung ist vom 10. Oktober 2020 bis zum 6. Januar 2021 täglich von 9 bis 17 Uhr im Verwaltungsbau des ZfP Südwürttemberg, Hauptstraße 9 in Zwiefalten, zu sehen. Sie ist kostenlos und frei zugänglich. Bitte denken Sie an ihren Mund-Nasen-Schutz und beachten Sie die ausgehängten Corona-Regelungen.

Folder Künstlerpatienten.pdf
Plakat Künstlerpatienten.pdf
 

 

28.09.2020
Damit ein gutes Zusammenleben in der Gemeinde gelingt

BAD SCHUSSENRIED — Wo liegen die Grenzen der individuellen Freiheit und welche Maßnahmen können gegen verhaltensauffällige Personen ergriffen werden? Dieses Spannungsfeld war Thema einer Podiumsdiskussion in der Stadthalle, unter Beteiligung des Forschungsbereichs Geschichte und Ethik in der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm.
Text: Elke Cambré / Fotos: Stefan Angele, vom 05.10.2020

Im Rahmen der Podiumsdiskussion in der Stadthalle Bad Schussenried diskutierten Vertretungen der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft, die Präsidenten des Landgerichts Ravensburg und des Polizeipräsidiums Ulm sowie der Patientenfürsprecher des Landkreises Biberach und des ZfP Südwürttemberg. Es zeigte sich: Den Teilnehmenden ist ein offener Austausch und eine gute Zusammenarbeit wichtig.

Polizeieinsätze in Bad Schussenried und zuletzt der Vorfall bei einem Einsatz mit Todesfolge (ZfP-Patient) nahmen die Stadtverwaltung Bad Schussenried und das ZfP Südwürttemberg am Standort Bad Schussenried zum Anlass, über Gründe und Ursachen von „Störungen“ der Öffentlichkeit wie über Möglichkeiten des Umgangs zu informieren und zusammen mit der Bürgerschaft zu diskutieren. Als Gastgeber begrüßte Bürgermeister Achim Deinet die 120 Interessierten und führte zum Thema hin. Er betonte: „Die Stadt bekennt sich zum ZfP, es ist Teil der Stadt.“ Die Versorgung von psychisch Kranken am Standort bringe aber auch „Lasten“ mit sich, Betroffene prägten das Stadtbild mit.
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05.08.2020
In unserem Verlag Psychiatrie und Geschichte Zwiefalten ist im August 2020 eine neue Monografie über das bürgerschaftliche Engagement in der Geschichte der Versorgung psychisch kranker Menschen erschienen.

Das Werk von Sylvia Luigart „Der ‚Hilfsverein für Nerven- und Gemütskranke in Württemberg‘ von seiner Gründung 1895 bis ins späte 20. Jahrhundert“, das als fünfter Band der wissenschaftlichen Reihe ‚Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive‘ veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit dem psychiatrischen Hilfsvereinswesen am Beispiel Württembergs.

Bis heute stellt die gesellschaftliche Wiedereingliederung psychisch kranker Menschen nach der Entlassung aus der Klinik eine Herausforderung dar. Tageskliniken, Selbsthilfegruppen und gemeindepsychiatrische Angebote wie das Betreute Wohnen erleichtern mittlerweile die Rückkehr in den Alltag. Dabei gibt es im deutschsprachigen Raum eine lange Tradition der nachsorgenden Unterstützung, die in das späte 19. Jahrhundert zurückgeht. Bereits damals wurden in vielen deutschen Regionen psychiatrische Hilfsvereine gegründet. In der vorliegenden Regionalstudie beschreibt Sylvia Luigart das Wirken des 1895 gegründeten „Hilfsvereins für rekonvaleszente Geisteskranke in Württemberg“, der unter wechselnden Bezeichnungen bis heute und inzwischen für das gesamte Bundesland Baden-Württemberg tätig ist. Diese Untersuchung erfolgte vor dem Hintergrund einer erstmals ausführlichen Auswertung des umfangreichen Archivs des Hilfsvereins durch die Autorin, die mit dieser Arbeit ihre Promotion an der Universität Ulm erhalten hat.

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06.07.2020
Sozialpsychiatrischer Hilfsverein feiert Jubiläum

REUTLINGEN - 125 Jahre – So lange gibt es den Hilfsverein für seelische Gesundheit in Baden-Württemberg e.V.. Die ursprüngliche Idee des Vereins, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu unterstützen, blieb und bleibt immer aktuell.

Dem 1895, mit dem einstigen Namen „Hilfsverein für rekonvaleszente Geisteskranke in Württemberg“, gegründeten Verein kommt bis heute eine hohe Bedeutung zu. Er ist für das gesamte Bundesland Baden-Württemberg tätig und fester Bestandteil der gemeindepsychiatrischen Entwicklung. Der Verein berät unter anderem das Ministerium für Soziales und Integration und setzt sich für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung ein. Er unterstützt andere Verbände wie etwa Angehörigen- und Selbsthilfegruppen – auch finanziell, mit Mitteln aus dem Landeshaushalt.
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Text und Foto: Rieke Mitrenga

 

 

Am 10. und 11. März 2020 fand zum zweiten Mal die Arbeitstagung „Historisches Wissen und gesellschaftlicher Auftrag am Beispiel des Nationalsozialismus“ in Weingarten statt. Zu der Tagung, die von dem DENKstättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben (Weingarten), dem Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm in Ravensburg-Weissenau (und der an der genannten Klinik etablierte Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin) und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart organisiert wurde, kamen rund 40 Vertreter von Museen, Gedenkstätten und Institutionen der Region zusammen, um über die Herausforderungen und die Bedeutung der NS-Erinnerung in der heutigen Zeit zu diskutieren.

„Die Aufarbeitung vor der Haustür. NS-Gedenkstätten und Initiativen möchten sich stärker vernetzen“ (pdf) (Autor: Alena Ehrlich, Schwäbische Zeitung vom 13.03.2020)
 

 

Vortrag am 04.12.2019, 16.00 Uhr, im Hörsaal der Klinik im Klostergebäude (Ravensburg-Weissenau)

Frau Jasmin Nicklas, M.A., Saarbrücken:
Zur Psychiatrie in Elsass-Lothringen in den 1940er Jahren

Im September 1939 mussten mehr als eine Million Menschen, die im deutsch-französischen Grenzraum lebten, ihre Heimat verlassen. Die deutsche wie die französische Regierung wiesen ihre eigene Bevölkerung an, sich ins Landesinnere zu begeben. Der Evakuierungsbefehl galt gleichsam für die psychiatrischen Institutionen, die sich in dieser Region befanden. Die Monografie von Jasmin Nicklas vergleicht den Ablauf dieser Evakuierungen, die in zweifacher Hinsicht einen Sonderfall darstellen: Einerseits erfolgte die Verlegung der Patientinnen und Patienten mit der gesamten Institution, was eine besonders große organisatorische Herausforderung bedeutete. Andererseits lebten Menschen mit psychischen Erkrankungen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich isoliert von der übrigen Bevölkerung. Im Deutschen Reich verschlimmerte sich ihre Situation seit Hitlers Machtübernahme bis hin zum systematischen Massenmord durch das nationalsozialistische Regime.

Neben dem deutsch-französischen Vergleich wird ferner für Deutschland nach einem möglichen Zusammenhang zwischen kriegsbedingter Evakuierung und den zentral organisierten Tötungen der „Aktion T4“ gefragt.

 

04.12.2019
Tagungsbericht „Irrsinn“ in Oberschwaben

Autorin: Katharina Witner, in H-Soz-Kult, 04.12.2019
www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8547
 

 

10.10.2019
Wanderausstellung der Historischen Forschung in Emmendingen

Die Wanderausstellung ist derzeit im ZfP Emmendingen zu sehen.
EMMENDINGEN - Eine der leihbaren Ausstellungen des Württembergischen Psychiatriemuseums zu Leben und Werk des Hirnforschers Korbinian Brodmann wanderte zur badischen ZfP-Schwesterklinik in Emmendingen.

Anlässlich des Welttags der seelischen Gesundheit am 10. Oktober wanderte eine der leihbaren Ausstellungen des Württembergischen Psychiatriemuseums zu Leben und Werk des Hirnforschers Korbinian Brodmann in die badische ZfP-Schwesterklinik in Emmendingen. Mit der Erforschung und Darstellung der vergleichenden Lokalisationslehre der Großhirnrinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Neuroanatom Korbinian Brodmann (1868-1918) der Medizin bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse hinterlassen.
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Foto: ZfP Emmendingen
Text: Historische Forschung

 

10.10.2019
Ausstellung „Verortungen der Seele“ des Württembergischen Psychiatriemuseums am Standort Zwiefalten (MUSE 28)

In der Ausstellung „Verortungen der Seele“ präsentieren sich 18 museale Initiativen der öffentlichen Auseinandersetzung und Vermittlung von Psychiatrie im historischen und gesellschaftlichen Kontext. Es beteiligen sich Psychiatriemuseen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anhand von Texten, Fotografien und – in der Regel erwünscht reduktionistisch: einem – ausgewählten Exponat widmen sie sich Krankheitsbildern, Behandlungsmethoden und der Diagnostik sowie besonderen Persönlichkeiten und geschichtlichen Epochen.
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Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist vom 10. Oktober 2019 bis zum 28. Februar 2020 täglich von 9 – 17 Uhr im Verwaltungsgebäude des ZfP Südwürttemberg, Hauptstraße 9, Zwiefalten, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Vernissage am Mittwoch, 23. Oktober 2019 um 17 Uhr
Casino des ZfP Südwürttemberg, Hauptstraße 9, Zwiefalten.

Ein Stuhl ist nicht nur eine Sitzgelegenheit (pdf) (Autor: Ralf Ott, Alb Bote, 25.10.2019)
Wie die Seele zum Stuhl passt (pdf) (Autor: Heinz Thumm, Schwäbische Zeitung, 26.10.2019)

 

07.08.2019
In unserem Verlag Psychiatrie und Geschichte Zwiefalten ist jetzt eine neue Monografie über die Entwicklung der Psychiatrie in Reichenau und Münsterlingen nach 1945 erschienen
In welcher Geschwindigkeit, in welcher Form und mit welchen Hindernissen vollzog sich in den Jahrzehnten nach Kriegsende der Wandel von einer verwahrenden (kustodialen) Anstaltspsychiatrie hin zu einer patientienorientierten Krankenhauspsychiatrie? Ralf Rosbach geht in seiner Monografie „Abschied von der ‚Totalen Institution‘. Zur Entwicklung der Psychiatrie in Reichenau (Baden) und Münsterlingen (Thurgau) von 1945 bis 1996“ dieser Frage nach.

Anhand eines Fallbeispiels des heutigen Zentrums für Psychiatrie Reichenau untersucht der Autor im ersten Teil der Monografie, ob der von Erving Goffman geprägte Begriff der „Totalen Institution“ die Situation in der Reichenau nach der Wiedereröffnung 1949 zutreffend beschreibt und wann der Abschied von der „Totalen Institution“ einsetzte. Im zweiten Teil des Buches wird in einem sozialgeschichtlichen Vergleich untersucht, inwiefern sich die deutsche Landesanstalt Reichenau und die schweizerische kantonale Anstalt Münsterlingen in der Nachkriegszeit unterschiedlich entwickelten. Das Buch möchte einerseits den Wandel der gelebten Regeln innerhalb der Institutionen Reichenau und Münsterlingen verfolgen und aufdecken, andererseits aber auch die Organisationsgeschichte der Reichenau von 1945 bis 1996 darstellen.
 
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Kooperation des Württembergischen Psychiatriemuseums mit dem Stadtmuseum Bietigheim-Bissingen

Das Württembergische Psychiatriemuseum unterstützt eine Sonderausstellung zu den Krankenmorden im Nationalsozialismus. Museumsexponate werden nach Bietigheim-Bissingen ausgeliehen

Unter der Tarnbezeichnung „Aktion T 4“ wurden 1940/41 in Deutschland mehr als 70.000 Menschen aus Pflege- und psychiatrischen Einrichtungen ermordet. Alleine in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb wurden 10.654 Insassen, vor allem aus Anstalten in Baden, Württemberg und Hohenzollern in einer Gaskammer ermordet. In der Ausstellung werden Lebensgeschichten von Opfern aus Bietigheim-Bissingen ausführlich nachgezeichnet. Sie sind das Ergebnis mehrjähriger Recherchen der Initiative „Stolpersteine Bietigheim-Bissingen“. Das Württembergische Psychiatriemuseum, geleitet von Prof. Dr. Thomas Müller (Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin, ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm) unterstützt die Sonderausstellung durch die Bereitstellung von Exponaten zur Psychiatriegeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung ist ab sofort und bis 28. Juli 2019 im Stadtmuseum Hornmoldhaus in Bietigheim-Bissingen zu sehen.

26.6.2019
Dr. Bernd Reichelt
 

 

26.06.2019
Am 09. Januar 1919 demonstrierten mehrere dutzend „Wärter“ der damaligen „Großherzoglichen Badischen Heil- und Pflegeanstalt bei Wiesloch“, dem heutigen Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN), gegen die dort vorherrschenden schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen. In seinem Artikel „Die Wieslocher Revolution vor 100 Jahren“, der in der „Wieslocher Woche“ im Januar 2019 veröffentlicht wurde, beschreibt der langjährige Mitarbeiter des PZN Wiesloch Stefan Kiefer den Aufstand der Wärterinnen und Wärter, der nicht nur in der Anstalt selbst, sondern bis ins badische Innenministerium über Monate hinweg für Unruhe sorgte.

„Die Wieslocher Revolution vor 100 Jahren. Ein Aufstand der Wärter in der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch und seine Folgen“ (pdf) (Autor: Stefan Kiefer, Quelle: Wieslocher Woche, KW 4 und 5 mit Datum 24. und 31. Januar 2019)
 

 

29.04.2019
Verlegt ins Ungewisse. Die Evakuierung psychiatrischer Institutionen im deutsch-französischen Grenzraum zu Beginn des Zweiten Weltkrieges
Autorin: Jasmin Nicklas
 
Der Band 3 der wissenschaftlichen Reihe ‚Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive‘ beschäftigt sich mit der Evakuierung psychiatrischer Einrichtungen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Im September 1939 mussten mehr als eine Million Menschen, die im deutsch-französischen Grenzraum lebten, ihre Heimat verlassen. Die deutsche wie die französische Regierung wiesen ihre eigene Bevölkerung an, sich ins Landesinnere zu begeben. Der Evakuierungsbefehl galt gleichsam für die psychiatrischen Institutionen, die sich in dieser Region befanden.
 
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15.03.2019
Im Juli 2018 rief Paul-Otto Schmidt-Michel, Ärztlicher Direktor ä. D. des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg / Weissenau, das Projekt NS-„Euthanasie“ ins Leben, in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Bodenseekreis. Im Rahmen des Forschungsprojekts werden die Lebensläufe der Opfer der NS-„Euthanasie“ anhand der Krankenkaten aufgearbeitet, um den Ermordeten ihre Individualität und ihre Lebensgeschichte zurückzugeben. Im Jahre 2018 ging Schmidt-Michel davon aus, dass 90 Menschen aus dem Bodenseekreis dem „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen waren. Inzwischen steht fest, dass mindestens 25 weitere Opfer hinzukommen.
Im Artikel „Mehr ‚Euthanasie‘-Opfer im Bodenseekreis als angenommen" (Autor: Harald Ruppert), der am 15.03.2019 in der „Schwäbischen Zeitung“ erschienen ist, werden aktuelle Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe, die mit Mitgliedern des Kulturamts und externen Historikern besetzt ist, präsentiert.

Aus rechtlichen Gründen steht der gesamte Artikel nur Abonnenten der „Schwäbischen Zeitung“ zur Verfügung:
www.schwaebische.de/landkreis/bodenseekreis/friedrichshafen_artikel,-mehr-euthanasie-opfer-im-bodenseekreis-als-angenommen-_arid,11023307.html
 

 

25.07.2018
Die religiöse Seite des Patientenkünstlers Gustav Mesmer
RAVENSBURG-WEISSENAU - Dr. Ulrich Mack stellte sein neues Buch über Gustav Mesmer im Zentrum für Psychiatrie Ravensburg-Weissenau vor – der Klinik, in der Mesmer selbst von 1949 bis 1964 als Patient behandelt worden war. Der Autor ging der Frage nach, welche Bedeutung die Religion für das Leben des „Ikarus vom Lautertal“ hatte.

 
Mesmer sah sich in der Luft „dem Göttlichen ganz nah“. Lesung und Buchvorstellung in Zwiefalten (pdf) (Autor: Heinz Thumm, Schwäbische Zeitung, 22.03.2019)
Mit Fluggerät Gottes Nähe suchen. Buchvorstellung. Man kennt Gustav Mesmer als Flugbauer.
Ulrich Mack ist in seinem Buch nun Mesmers Lebensweg aus seelsorgerischer Sicht nachgegangen (pdf)
(Autor: Maria Bloching, Alb-Bote, 22.03.2019)
„Ikarus vom Lautertal“: Flugradbauer und Privatheiliger.
Ulrich Mack hat die religiösen Überzeugungen des „Ikarus vom Lautertal“ Gustav Mesmer beleuchtet
(Autor: Steffen Wurster, Reutlinger General- Anzeiger, 22.03.2019)
Auf den Spuren Gustav Mesmers aus seelsorgerischer Sicht.
Der Bad Schussenrieder Autor Ulrich Mack beschreibt die religiöse Bedeutung der Flugversuche des Ikarus vom Lautertal in einem Buch (pdf)
(Autor: Kristina Schmidl, Südfinder, 27.03.2019)

 

15.02.2019
Im Rahmenprogramm der Ausstellung der Grauen Busse am Zentrum für Psychiatrie Emmendingen steht die Frage im Raum, ob und wie es möglich ist, als Überlebender des Holocaust weiter zu leben. Manfred Lütz, Psychiater, Psychotherapeut, Theologe und Autor, hatte sich mit Jehuda Bacon, überlebender jüdischer Künstler, darüber unterhalten, woraus 2016 ein Buch entstand, dessen Ausschnitte in der Lesung in Emmendingen präsentiert wurden.

„Leben nach Ausschwitz – ohne Hass. Der Autor Manfred Lütz lässt bei einer Lesung im Zentrum für Psychiatrie seinen Dialogpartner Jehuda Bacon präsent werden“ (Autor: Markus Zimmermann). In: „Badische Zeitung“ vom 15.02.2019, www.badische-zeitung.de/leben-nach-auschwitz-ohne-hass
 

 

In Zwiefalten wurde die Ausstellung „Eine Begegnung mit Gustav Mesmer. Fotos von Nicole Becker“ am 14.02.2019 eröffnet, die bis zum 19.05.2019 im Verwaltungsgebäude des ZfP Zwiefalten zu sehen sein wird.
Es handelt sich um 26 schwarz-weiß-Fotografien, die 1988 im nahen Buttenhausen entstanden sind.

 
„Ein wahrer Augenblick der Fotografie“. Ausstellung im ZfP Zwiefalten mit ganz neuen Aufnahmen von Gustav Mesmer (Autorin: Jana Mack). In: Schwäbische Zeitung vom 16.02.2019 (pdf)
Ein normales Leben blieb ihm verwehrt. Gustav Mesmer im Blick: Im ZfP Zwiefalten sind noch bis 19. Mai Fotografien von Nicole Becker zu sehen (Autor: Ralf Ott). In: Alb-Bote vom 16.02.2019 (pdf)
„Ruhiger und knuddeliger Opa“. Das Zentrum für Psychiatrie in Zwiefalten ermöglicht eine ganz neue Begegnung mit Gustav Mesmer (Autorin: Maria Bloching). In: Reutlinger General-Anzeiger vom 16.02.2019
www.gea.de/neckar-alb/ueber-die-alb_artikel,-ausstellung-zu-gustav-mesmer-ruhiger-und-knuddeliger-opa-_arid,6121899.html
 
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01.02.2019
Schulen zeigen mehr Interesse an Gedenktag
Ravensburg-Weissenau - In diesem Jahr nahmen an der Schulklassenveranstaltung des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg am Standort Ravensburg im Rahmen des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus mehr Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Ravensburg teil als in den Jahren zuvor.


Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2019 wurde seitens der Mitarbeitenden des ZfP Südwürttemberg am Standort Weissenau in diesem Jahr 2019 mit besonders vielfältigen und mehr Veranstaltungen als im Vorjahr begangen. Die Arbeitsgruppe Gedenktag hat in diesem Jahr gar drei Mal Schülerinnen und Schüler aus Ravensburg im Hörsaal zu Gast. Schulisch vertreten waren das Gymnasium Weingarten, das Spohn-Gymnasium, das Welfen-Gymnasium und die Barbara Böhm-Gemeinschaftsschule, sowie die hausinterne Schule für Gesundheits- und Krankenpflege.
 
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31.01.2019
Das Wissen nutzen, die Erinnerung weitertragen
ZWIEFALTEN - Wie wichtig es ist, sich mit den menschenverachtenden Taten der Nationalsozialisten auseinanderzusetzen und gegen das Vergessen anzugehen, wurde beim Gedenktag in Zwiefalten deutlich.


Einige aktuelle politische Entwicklungen würden uns helfen zu verstehen, wie es zu einer Herrschaft wie die der Nationalsozialisten kommen konnte, Prof. Dr. Gerhard Längle, zu Beginn der Veranstaltung zu Bedenken. Als Beispiele für eine Veränderung des Denkens und des Argumentierens nannte er unter anderem die „America first“-Politik von Donald Trump, die steigende Wählerzahl rechtsnationalistischer Parteien oder die Flüchtlingswelle, die Bundesminister Seehofer als „Mutter aller Probleme“ bezeichnete. Zur NS-Zeit sei es kaum möglich gewesen, sich der vorherrschenden Argumentationskette zu entziehen. „Es ist wichtig, dass wir uns alle immer wieder fragen, welche ideologischen Annahmen wir akzeptieren.“ „Unsere Wachsamkeit ist wichtig.“
 
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29.01.2019
Angehörige leiden noch heute
WEISSENAU – Das ZfP und die Stadt Ravensburg haben gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Bei der Gedenkstunde berichteten Angehörige wie die Geschehnisse bis heute nachwirken.

Jährlich erinnern die Stadt Ravensburg und das ZfP Südwürttemberg am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus, darunter die in Grafeneck und Hadamar ermordeten Patientinnen und Patienten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Weissenau. Die diesjährige Gedenkfeier im Festsaal des Kloster Weissenau war den Familien der Opfer gewidmet: Drei Angehörige berichteten, wie das Schicksal ihrer getöteten Familienmitglieder ihre eigene Lebensgeschichte beeinflusste und welchen Weg der Aufarbeitung sie fanden. „Die persönliche Lebensgeschichte nach außen zu tragen ist zur Aufarbeitung und für die Anerkennung der Opfer wichtig“, so die Weissenauer Regionaldirektorin des ZfP, Prof. Dr. Renate Schepker.
 
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Januar 2019
Denkmal der grauen Busse in Emmendingen
Am 28. Januar 2019 wurde im Rahmen der „Zentralen Gedenkfeier der ZfP in Baden-Württemberg“ das Denkmal der grauen Busse auf dem Gelände des ZfP Emmendingen der Öffentlichkeit übergeben.


Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen wurde am 28. Januar 2019 den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Nach Grußworten von Frau Staatssekretärin Barbara Mielich in Vertretung von Herrn Minister Manne Lucha, dem Emmendinger Oberbürgermeister Stefan Schlatterer, sowie seitens des Landrats Hanno Hurth und des Geschäftsführers des ZfP Emmendingen, Herrn Michael Eichhorst, ging Prof. Thomas Müller im Rahmen des Hauptvortrags auf die Emmendinger Geschichte der Psychiatrie und die Erinnerungskultur gleichermaßen ein.
 
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Dr. med. Thorsten Noack, 23.01.2019:
Die „NS-Euthanasie“ und ihre Rezeption in der internationalen Öffentlichkeit


Thorsten Noack, geb. 1972, Studium der Medizin und Sozialwissenschaften in Freiburg und Berlin, 2003 Promotion über die Geschichte des Selbstbestimmungsrechts des Patienten im 19. und 20. Jahrhundert (Veröffentlichung 2004). Forschungsschwerpunkte: Sterbehilfe und Euthanasie, Psychiatriegeschichte.
 
Thorsten Noack arbeitet als Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und ist Dozent am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Düsseldorf. Er plant eine niedergelassene Tätigkeit als Psychoanalytiker. Das von ihm am 23.01.2019 im ZfP Südwürttemberg, Standort Weissenau, vorgetragene Thema ist Teil seiner Habilitationsschrift „NS-Euthanasie und internationale Öffentlichkeit. Die Rezeption der deutschen Behinderten- und Krankenmorde im Zweiten Weltkrieg“, die 2017 veröffentlicht wurde.

 

Führung „Unterstützte Beschäftigung“ zur Psychiatrie im Nationalsozialismus in Weissenau
 
Am 15. Januar besuchte eine etwa 20-köpfige Gruppe der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ der Arkade-Pauline 13 am Standort Ravensburg und Friedrichshafen das Klinikgelände des ZfP Südwürttemberg in Weissenau. Die vorwiegend jungen Menschen und ihre Reha-Begleiterinnen ließen sich auf Anregung von Made Höld durch Thomas Müller in einer gut einstündigen Führung in die 127-jährige Geschichte der Weissenauer Klinik einführen.
 
Die Menschen in der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ sind Menschen mit gewissem Handicap. Sie sind auf der Suche nach einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Ziel ist es, während der zweijährigen Maßnahme die Teilnehmer*innen an Firmen und Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln.
 
Im Rahmen des Praktikumstags der Gruppe in dieser Woche und anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus lag der Schwerpunkt auf der Psychiatrie während des Nationalsozialismus. Zentrale Aspekte dieser Jahre, wie die Zwangssterilisation psychisch kranker Menschen oder Menschen mit Behinderung, sowie die sogenannte „Euthanasie“ Weissenauer Patientinnen und Patienten wurden erörtert und diskutiert, die Geschehnisse am außerschulischen Lernort in Erinnerung gerufen.

 

Korbinian Brodmann Symposium

Anlässlich der 150. Wiederkehr des Geburtstags, sowie der 10. Wiederkehr des Todesjahres des Arztes, Hirnanatomen gebürtigen Liggersdorfers Korbinian Brodmann (1868-1918) veranstalteten das Korbinian Brodmann-Museum in Hohenfels (-Liggersdorf) und das Württembergische Psychiatriemuseum / Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm am 16. und 17. November 2018 ein historisches Symposium zu einschlägigen Themen der Geschichte der Psychiatrie und Neurologie (Tagungsbericht folgt an dieser Stelle). Siehe die Presseberichterstattung anbei:
 
>> Brodmann-Museum feiert zehnten Geburtstag: Ein Blick in die Geschichte, den Erfolg – und eine Sorge (Autoren: Jan Riebesehl und Ramona Löffler, Südkurier, 08.03.2019)
>> "Berühmt wie Einstein". Tragödien und Glücksfälle: Gedenken an Korbinian Brodmann (pdf) (Autor: Bernhard Grunewald, Singener Wochenblatt vom 22.11.2018)
>> Arbeitskreis Psychatrie gedenkt seinem Pionier Korbinian Brodmann (pdf) (Autor: Jan Riebesehl, Südkurier vom 19.11.2018)
>> Ausführliche Berichterstattung des Journalisten Jan Riebesehl vom 19.11.2018 (pdf, ungekürzte Fassung)


 

31.10.2018
Historisches Wissen, Erinnerungsarbeit, Bildungsauftrag
Ravensburg-Weissenau – Der Forschungsbereich Geschichte der Medizin am ZfP Südwürttemberg veranstaltete im Oktober 2018 eine Fachtagung zum Thema „Historisches Wissen und gesellschaftlicher Bildungsauftrag am Beispiel des Nationalsozialismus in Südwürttemberg“.


Wie kann die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht nur aufrecht erhalten, sondern auch belebt werden, in einer Zeit, in der Rechtspopulismus in der Politik weltweit wieder salonfähig wird? Welches sind angemessene Konzepte der Vermittlung in Gedenkstätten, Museen, in Programmen einschlägiger Initiativen? In einer Zeit, in der – damit einhergehend - die „gesellschaftliche Ausgrenzung der Schwächsten wieder stärker wird“, wie dies die Regionaldirektorin des ZfP Südwürttemberg am Standort Ravensburg, Prof. Dr. Renate Schepker, in ihrer Begrüßung, stellvertretend verlesen durch den Veranstalter Prof. Dr. Thomas Müller, formulierte. Und auch der Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg, Dr. Dieter Grupp, äußerte sich im Vorfeld, dass die Tagung „genau zum rechten Zeitpunkt“ komme.
 
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09.10.2018
Württembergisches Psychiatriemuseum zu Gast im Max Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main

FRANKFURT AM MAIN – Die Wanderausstellung des Württembergischen Psychiatriemuseums zu Leben und Werk von Korbinian Brodmann, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich für Geschichte und Ethik in der Medizin (Ravensburg) und dem Korbinian Brodmann-Museum (Hohenfels), wurde am Max Planck-Institut (MPI) für Hirnforschung in Frankfurt eröffnet.

Mit zwei Vorträgen in englischer und deutscher Sprache eröffnete Dr. Uta Kanis-Seyfried vom Ravensburger Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm die neue Wanderausstellung über Leben und Forschung des Neuroanatomen Korbinian Brodmann am Max-Planck Institut (MPI) für Hirnforschung in Frankfurt. Die im ZfP-Forschungsbereich in Zusammenarbeit mit dem Korbinian Brodmann-Museum konzipierte und erstellte zweisprachige Ausstellung (englisch/deutsch) ist aus Anlass des diesjährigen Max Planck-Tags am 14. September 2018 in Frankfurt eröffnet worden. In den kommenden zwei Monaten wird sie im Kommunikationsbereich des MPI zu sehen sein.
 
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11.09.2018
Bilder mit liebevoller Ehrlichkeit

BAD SCHUSSENRIED - Ausstellung „Eine Begegnung mit Gustav Mesmer. Fotos von Nicole Becker“ im ZfP Südwürttemberg in Bad Schussenried eröffnet

Zum ersten Mal wurden die Fotografien, die die Hamburger Fotografin Nicole Becker 1988 von dem berühmt gewordenen Patienten Gustav Mesmer in Buttenhausen aufnahm, in Bad Schussenried gezeigt – in der psychiatrischen Klinik, in der Mesmer selbst viele Jahre lang behandelt worden war. Zuvor waren diese nach Jahrzehnten erstmals 2017 an die Öffentlichkeit gelangten Fotografien hier im Bundesland nur im Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg in Ravensburg zu sehen. Sie zeigen einen Mann am Rande der Gesellschaft: Mesmer, 1903 geboren, verbrachte insgesamt 35 Jahre als Psychiatriepatient in den Heil- und Pflegeanstalten Bad Schussenried und Weissenau. Der Grund für seine Einweisung war, dass er einen Gottesdienst gestört hatte.
 
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Ein Werkstattbesuch bei Gustav Mesmer
Psychose, aber wahnsinnig erfinderisch (pdf) (Schwäbische Zeitung, 08.09.2018)

 

31.08.2018
Vernissage zur Ausstellung

BAD SCHUSSENRIED - Die Ausstellung "Eine Begegnung mit Gustav Mesmer. Fotos von Nicole Becker" zeigt bisher unveröffentlichte Bilder von Gustav Mesmer. Die Vernissage fand am 6. September 2018 im Gustav-Mesmer-Haus statt.

Diese Serie beeindruckender Bilder wurde von der 1967 in Hamburg geborenen Fotografin Nicole Becker aufgenommen. Sie besuchte Mesmer 1988 in seinem Altenheim in Buttenhausen auf der Schwäbischen Alb, um einen „außergewöhnlichen Menschen“ zu porträtieren. Gustav Mesmer wurde 1903 im oberschwäbischen Altshausen geboren und wäre nach sechsjährigem Aufenthalt im Kloster Beuron fast Mönch geworden. Er galt als talentierter Zeichner, erlernte notgedrungen das Buchbinden und Korbflechten, wurde berühmt als Erbauer von Flugapparaten – und war psychiatrieerfahren. In ihren schwarz-weißen Fotografien zeigt Becker einen Mann, der voller Willenskraft und Lebensmut seinem Traum vom Fliegen nachgeht.

Die Vernissage zur Ausstellung fand am 6. September 2018 um 17 Uhr im neuen Gustav-Mesmer-Haus des ZfP Südwürttemberg in Bad Schussenried statt, Pfarrer-Leube-Straße 29, 88427 Bad Schussenried
Öffnungszeiten: 6. September bis 4. November im Gustav-Mesmer-Haus des ZfP Südwürttemberg in Bad Schussenried, Pfarrer-Leube-Straße 29, 88427 Bad Schussenried, geöffnet Mo-Fr von 8 bis 16 Uhr, Sa und So von 10-16 Uhr, Eintritt frei.

 

21.08.2018
Arbeitskreis Psychiatriegeschichte

WIESLOCH - Die Jahrestagung des Arbeitskreises Psychiatriegeschichte Baden-Württemberg 2018 fand in Wiesloch bei Heidelberg statt. Neue Erkenntnissen aus vielfältigen medizingeschichtlichen Forschungsprojekten wurden vorgestellt.

Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden in Wiesloch war Gastgeber der diesjährigen Tagung des Arbeitskreises Psychiatriegeschichte und stellte seine außergewöhnliche Infrastruktur und ansprechende Räumlichkeiten, technische Ausstattung und Verpflegung zur Verfügung. Zum Auftakt hatten etwa ein halbes Hundert Tagungsteilnehmende sowie interessierte Mitarbeitende der Klinik neben externen Gästen Gelegenheit, das Klinikgelände und seine wechselhafte Geschichte seit der Eröffnung als Großherzoglich Badische Heil- und Pflegeanstalt im Jahr 1905 näher kennen zu lernen. Neben den zentralen Bereichen, die den Klinikalltag funktional strukturieren, wurden in Wiesloch drei sehr unterschiedlich gestaltete Erinnerungsorte angelegt, die sich mit einschneidenden Ereignissen unter ehemals nationalsozialistischer Herrschaft befassen.
 
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25.07.2018
Die religiöse Seite des Patientenkünstlers Gustav Mesmer

RAVENSBURG-WEISSENAU - Dr. Ulrich Mack stellte sein neues Buch über Gustav Mesmer im Zentrum für Psychiatrie Ravensburg-Weissenau vor – der Klinik, in der Mesmer selbst von 1949 bis 1964 als Patient behandelt worden war. Der Autor ging der Frage nach, welche Bedeutung die Religion für das Leben des „Ikarus vom Lautertal“ hatte.

Wie fühlte und empfand der Flugradbauer und Psychiatriepatient Gustav Mesmer als Mensch? Was bedeutete die Religion für ihn? Und welche Zusammenhänge zwischen seinem Klosteraufenthalt, seinem Leben und seinem Schaffen gibt es zu entdecken? Dies sind nur einige der Fragen, mit denen sich Dr. Ulrich Mack, ehemaliger Klinikseelsorger am ZfP Südwürttemberg am Standort Bad Schussenried und inzwischen Patientenfürsprecher für den Landkreis Biberach, beim Schreiben seines Buches „Flugradbauer – Privatmönch – Visionär. Gustav Mesmer, sein religiöses Suchen und Denken.“ auseinandersetzte. Es sind Fragen, die Mack bei seiner Lesung in Weissenau am vergangenen Donnerstag auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer erläuterte.
 
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Kloster, Heilanstalt und Schmuckstück
Historischer Klinikspaziergang führt durch das Zwiefalter Kloster im Wandel der Zeiten (pdf) (Schwäbische Zeitung, 23.07.2018)

 

Artikel von Corinna Raupach im Südkurier, 18.7.2018:
Forscher suchen Informationen zu „Euthanasie“-Programm „Aktion T4“.
88 Menschen aus dem heutigen Bodenseekreis wurden bei dem nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programm „Aktion T4“ ermordet. Ein Forschungsprojekt versucht, ihre Lebensläufe zu rekonstruieren. Die Forscher bitten um Mithilfe.
weiterlesen unter www.suedkurier.de >>
 
Artikel von Harald Ruppert, Schwäbische Zeitung, 18.7.2018:
Von der Heilanstalt in den Tod. Projekt will die Lebensläufe der Opfer der Euthanasie im Bodenseekreis aufarbeiten – Bevölkerung kann helfen (pdf)

 

Jahrestreffen des Arbeitskreises Psychiatriegeschichte Baden-Württemberg im Zentrum für Psychiatrie Nordbaden in Wiesloch, 25. und 26. Juni 2018

Vom 25. bis 26. Juni 2018 empfing das Zentrum für Psychiatrie Nordbaden in Wiesloch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlich stattfindenden Arbeitskreises Psychiatriegeschichte Baden-Württemberg (Veranstalter: Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg/ Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm, Standort Ravensburg-Weissenau).
Die Tagungsbeiträge zeichneten sich durch ein breites Spektrum an Themen aus: Geschichte der württembergischen Psychiatrie im Nationalsozialismus, Entwicklung der Erinnerungskultur im nationalen und regionalen Vergleich, Patientenkunst, Zeitgeschichte im Spiegel der Anstaltsmedien und vieles mehr. Die in das Tagungsprogramm eingebundene historische Führung durch das Klinikgelände sowie ein öffentlicher Vortrag mit Vorführung des Films „Verschollen in der Psychiatrie“, dessen Fokus auf das Schicksal der sog. „IRO-Patienten“ (verschleppte Zwangsarbeiter) und auf die Folgen des Nationalsozialismus gerichtet war, ermöglichten es auch der interessierten Bevölkerung, sich mit der Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft näher zu befassen.
 
>> Tagungsbericht zum Jahrestreffen in Wiesloch 2018 (pdf) (ZfP Südwürttemberg, 20.08.2018)
>> Führung und Film des PZN Wiesloch und des AK Psychiatriegeschichte Baden-Württemberg. „Verschollen in der Psychiatrie“ — Reges Interesse an Führung im PZN (pdf) (Wieslocher Woche, Nr. 27, 05.07.2018)
>> Historische Führung und Vortrag mit Film (pdf) (Rhein-Neckar-Zeitung, 23./24.06.2018)
>> Das dunkle Kapitel der Psychiatriegeschichte (pdf) (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.06.2018)
>> „Verschollen in der Psychiatrie“. Historische Führung durch das PZN und Vortrag mit Filmvorführung (pdf) (Wieslocher Woche, Nr. 24, 14.06.2018)

 

Angehörigen und die Opfer der Aktion "T4"

Psychiatrische Praxis: Die Rolle der Angehörigen im Rahmen der "Euthanasie"-Aktion "T4" wird kontrovers diskutiert. Anhand von Dokumenten und Briefen von Angehörigen an die Heilanstalt Weissenau werten Paul-Otto Schmidt-Michel und Thomas Müller diese Quellen aus.

In: BApK-Newsletter 13/2018 (28. Juni), https://www.bapk.de/bapk-newsletter-132018-28-juni.html

 

01.07.2018
Ein Werkstattbesuch bei Gustav Mesmer

Die Fotoausstellung „Eine Begegnung mit Gustav Mesmer. Fotos von Nicole Becker“ zeigt bisher unveröffentlichte Bilder des berühmten Psychiatriepatienten. Mit einer Vernissage wurde sie im Zentralgebäude des ZfP Südwürttemberg in Weissenau am 28.06.2018 eröffnet. Mesmer-Experte und Kurator Dr. Wolfgang Voigtländer erläuterte, warum die Bilder auch 30 Jahre nach ihrer Entstehung von Bedeutung sind.
 
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Prof. Dr. Thomas Müller, 16.06.2018 :
Das „Denkmal der grauen Busse“ an neuem Ort in Hessen angekommen

Nach einem längeren Aufenthalt des „unfertigen, unruhigen“ (Aleida Assmann, Universität Konstanz) Denkmals der grauen Busse auf dem Goetheplatz in Frankfurt am Main ist das Ravensburger Denkmal mit Hadamar bei Limburg an einem weiteren Standort in Hessen eingetroffen.
 
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Vortrag am 16.05.2018, 16.00 Uhr, im Hörsaal der Klinik im Klostergebäude (Ravensburg-Weissenau)

Prof. Dr. med. Andreas Frewer, M.A., Erlangen:
Der Weltärztebund, Industrie und Ethik (1947 – 1975) Interessen – Konflikte – Verflechtung in der Forschung

Prof. Andreas Frewer studierte Philosophie, Medizingeschichte und Humanmedizin in München, Erlangen und Berlin. Von 1994 bis 1998 arbeitete er als Arzt in der Inneren Abteilung des Campus Virchow-Klinikum der Berliner Charité und wurde 1998 an der Freien Universität Berlin promoviert. Von 1998 bis 2002 war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen tätig, hiernach wurde er als Juniorprofessor an die Medizinische Hochschule Hannover berufen. 2006 habilitierte er im Fach Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Ebenfalls in 2006 übernahm er zunächst die kommissarische Leitung der Professur für Ethik in der Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen in 2007 die Leitung dieser Professur.

 

Vortrag am 25.04.2018, 16.00 Uhr, im Hörsaal der Klinik im Klostergebäude (Ravensburg-Weissenau)

Steffen Dörre, M.A., Düsseldorf/Kiel:
Die deutschen psychiatrischen Fachgesellschaften im Kalten Krieg

Steffen Dörre hat seit Anfang 2017 den zweiten Forschungsauftrag der DGPPN zur Erforschung der Geschichte der psychiatrischen Fachgesellschaften in Deutschland (der erste Auftrag bezog sich auf die NS-Zeit). In diesem auf zwei Jahre angelegten Projekt geht es nun um die Geschichte der psychiatrischen Fachgesellschaften in der Bundesrepublik und der DDR zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und dem Abschlussbericht der Psychiatrie-Enquete 1975. Er wird dieses Projekt heute kurz vorstellen und dann einen Teil seiner bisherigen Recherche-Ergebnisse ausbreiten. Hauptsächlich werden wir etwas über das Verhältnis von Psychiatrie, Neurologie, ärztlicher Psychotherapie und Psychologie in den ersten drei Nachkriegsjahrzehnten in Ost- und Westdeutschland erfahren. Sein Vortrag verspricht damit auch einen historischen Blick auf die Machtfrage in den psychiatrischen Kliniken und die Rolle, die die psychiatrischen Fachgesellschaften dabei spielten.

 

Flugradbauer – Privatmönch – Visionär. Gustav Mesmer, sein religiöses Suchen und Denken
Autor: Ulrich Mack
 
Als Flugradbauer, Künstler und Erfinder ist Gustav Mesmer berühmt geworden. Fast unbemerkt geblieben ist der religiöse Hintergrund, den er für sein Leben, aber auch für sein handwerkliches und künstlerisches Schaffen hatte.

Der im oberschwäbischen Altshausen geborene Gustav Mesmer (1903-1994) hat sich in vielen kleinen Schriften und Notizen mit seinem christlichen Glauben auseinandergesetzt. Mesmer, der sechs Jahre im Benediktinerkloster Beuron verbrachte, und 36 Jahre in den psychiatrischen Krankenhäusern Schussenried und Weissenau bei Ravensburg, zeigt sich in seinen schriftlichen Zeugnissen als leiser Rebell gegen Kirche und dogmatischen Glauben, aber auch als selbstgewählter Heiliger und Visionär. Ulrich Mack geht aus der Sicht eines Seelsorgers dem Lebensweg von Gustav Mesmer nach und stellt dabei die Bedeutung des religiösen Suchens und Denkens für sein Leben als Psychiatriepatient und sein Wirken als Künstler heraus. Erstmals veröffentlicht werden in diesem Buch außerdem 23 Originaltexte von Gustav Mesmer.
 
Seit 23. April 2018 erhältlich!
Im Buchhandel oder bei kostenfreiem Versand direkt vom Verlag.
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Artikel von Julia Marre, Schwäbische Zeitung, 12.02.2018:
7000 Kilometer Fahrt für die Erinnerung. Wie in Weißenau ein Bus zur mahnenden Skulptur wurde.

 

Lesung und Diskussion: T4. Ophelias Garten. Stuttgarter Stadtbibliothek, 08.02.2018
Große Geschichte in kleiner Form

Wie lässt sich der Mord an 300.000 psychisch kranken und behinderten Menschen während des Zweiten Weltkriegs in einer ästhetischen Form wie der des Theaters darstellen? Dem italienischen Autor Pietro Floridia ist dieses Kunststück mit dem Zweiakter „T4. Ophelias Garten“ gelungen. Am 8. Februar 2018 stellte das Italienische Kulturinstitut in der Stuttgarter Stadtbibliothek die deutsche Übersetzung vor, welche im Verlag Psychiatrie und Geschichte des ZfP Südwürttemberg erschienen ist.
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Wanderausstellung in München
Die Wanderausstellung „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden–Württemberg 1949—1975“ des Landesarchivs Baden-Württemberg wurde am 19. Oktober 2017 nach zwei Monaten Ausstellungsdauer, zwei beeindruckenden Veranstaltungen und vielen interessierten Besuchern abgebaut. Seit dem 25. Oktober 2017 ist sie für etwa drei Monate in München bei der Anlauf- und Beratungsstelle Heimerziehung München zu sehen.
 
Kontaktdaten:
ZBFS - Anlauf- und Beratungsstelle
Richelstraße 17
80634 München
Tel.: 089 18966-2497
E-Mail: anlaufstellezbfs.bayern.de
 
Informationen zur Ausstellung: https://www.landesarchiv-bw.de/web/61033

 

09.10.2017
„Sie mussten nicht folgen, sie mussten funktionieren.“
Seminar „Heimerziehung“ mit Zeitzeugen in Weissenau
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Was heute in der Ausstellung „Verwahrlost und Gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975“ die Vergangenheit darstellt, war für 800.000 Menschen in Deutschland lange Zeit Realität und Alltag. Drei ehemalige Heimkinder kamen beim Seminar „Heimerziehung“ im ZfP Südwürttemberg, Standort Weissenau zu Wort. Nora Wohlfarth, wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem zugehörigen Forschungsprojekt des Landesarchivs Baden-Württemberg präsentierte Forschungsergebnisse und erläuterte bei der Führung durch die in Ravensburg eröffnete Ausstellung die Hintergründe. Die Wanderausstellung ist vom 1. August bis zum 18. Oktober 2017 im Foyer des Zentralgebäudes des ZfP Südwürttemberg am Standort Ravensburg-Weissenau zu sehen.
 
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25.09.2017
Vernissage „Verwahrlost und Gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975“
„Zukunft braucht Herkunft! Man muss die Vergangenheit kennen, um die Zukunft gestalten zu können.“


Schon seit August 2018 ist die Wanderausstellung „Verwahrlost und Gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975“ im Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg am Standort Ravensburg-Weissenau zu sehen. Am vergangenen Mittwoch fand nun die Vernissage im Großen Festsaal statt. Kooperationspartner dieser Initiative sind das ZfP Südwürttemberg, das Landesarchiv Baden-Württemberg, sowie das Institut für Soziale Berufe Ravensburg. Gegenstand der Ausstellung ist der Alltag der Heimkinder aus den Jahren 1949 bis 1975.
 
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Szenische Lesung in Bad Laasphe
Den Schrecken vor Augen. Ensemble bewegte zutiefst mit einer szenischen Lesung über NS-Krankenmorde (Siegener Zeitung, 05.09.2017)

„T4 – Ophelias Garten“. Der Titel des Theaterstückes, das am Freitagabend im Laaspher Haus des Gastes in Form einer szenischen Lesung auf die Bühne gebracht wurde, kommt vielleicht beim ersten Lesen leicht über die Lippen, vielleicht erinnert er auch beim ersten Hören noch nicht an den Schrecken, der sich dahinter verbirgt. Vielleicht erinnert sich aber so manch einer, wofür die kurze unauffällige Bezeichnung „T4.“ steht. Spätestens dann bekommt der kurze Ausdruck eine schier unaushaltbare Schwere. Die Aktion „T4.“ steht für die sogenannte Erwachsenen- Euthanasie, für die Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten im Jahre 1940/1941 in Tötungsanstalten durch die Nationalsozialisten.

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25.08.2017
Denkmal der grauen Busse am neuen Standort Frankfurt am Main
„Zukunft braucht Herkunft! Man muss die Vergangenheit kennen, um die Zukunft gestalten zu können.“


Am 20. August wurde der mobile Teil des Denkmals der Grauen Busse an seinem 20. Standort, dem Rathenauplatz in Frankfurt am Main, der Öffentlichkeit übergeben. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Gesundheitsamtes Frankfurt. Mit einem umfassenden Rahmenprogramm wird an die NS-Medizinverbrechen erinnert. Als nächster möglicher Standort ab Juni 2018 ist Hadamar im Gespräch.
 
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Müller, Thomas (Hrsg.): Zentrum und Peripherie in der Geschichte der Psychiatrie. Regionale, nationale und internationale Perspektiven (= Reihe Kulturanamnesen). Franz Steiner Verlag, Stuttgart, August 2017.
Mit Beiträgen von
Julia Grauer, Uta Kanis-Seyfried, Livia Prüll, Sebastian Kessler, Heiner Fangerau, Monika Ankele, Stefan Wulf, Waltraud Ernst, Akira Hashimoto, Akihito Suzuki, Celia Di Pauli & Lisa Noggler & Eric Sidoroff, Thomas Müller
 
Verschiedene Perspektiven der Psychiatriegeschichte zusammenzuführen – dieses Ziel haben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes zur Aufgabe gemacht. In ihren Beiträgen thematisieren sie die regionale Ebene ebenso wie die nationale oder die globale, immer mit dem Blick auf die multipolaren Dynamiken zwischen Zentren und Peripherien. Hierzu gehören unter anderem die Beziehungen zwischen den Wissenszentren der Psychiatrie sowie transnationale Netzwerke der Akteure und deren wissenschaftliche Konzepte mit ihren medizinischen und therapeutischen Funktionen.
 
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Di/ 5.9./ 19:30 Uhr, Haus des Buches Leipzig / Zentrum-Südost
»T4. Ophelias Garten«
Kirsten Maria Düsberg in Lesung und Gespräch mit Ellen Bräunig und Markus Sahr
 
Deutschland, Kriegswinter 1941: Ophelia kultiviert eigensinnig ihre Blumen, als sie Besuch von einer Krankenschwester erhält, mit der sie Freundschaft schließt. Doch Gertrud ist eine Beauftragte der »Aktion T4«. —
 
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Denkmal der grauen Busse am neuen Standort Frankfurt am Main
 
Am 20. August wurde der mobile Teil des Denkmals der Grauen Busse an seinem 20. Standort, dem Rathenauplatz in Frankfurt am Main, offiziell eröffnet. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Gesundheitsamtes Frankfurt. Mit einem umfassenden Rahmenprogramm wird an die NS-Medizinverbrechen erinnert. Als nächster möglicher Standort ab Juni 2018 ist Hadamar im Gespräch.
 
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Neue Wechselausstellung am Standort Ravensburg-Weissenau
Verwahrlost und gefährdet?
Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975

 
Die Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg bietet Einblicke sowohl in den Alltag vieler Kinderheime des bundesdeutschen Raums zwischen 1949 und 1975 als auch in die Gefühlswelten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, den ehemaligen, sogenannten Heimkindern. Zentrale Aspekte der Ausstellung sind das System der Heimerziehung sowie die Rolle der Jugendämter beim Prozess der Heimeinweisung oder die Lebenswelten der Institutionen der Unterbringung selbst. Inhaltlich ergänzt wird die Ausstellung durch die Darstellung des aktuellen Aufarbeitungsprozesses der Geschichte der Heimerziehung. Die Ausstellung wird präsentiert vom Württembergischen Psychiatriemuseum am ZfP Südwürttemberg. Kooperationspartner ist das Institut für Soziale Berufe Ravensburg (IFSB).

Ausstellungsdauer: 10. August bis 18. Oktober 2017
Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 geöffnet
Ausstellungsort: Weingartshofer Str. 2 I 88214 Ravensburg-Weissenau | Geb. 42 – Zentralgebäude.

Veranstaltungen:
Mittwoch, 20. September um 11.00 Uhr:
Vernissage mit einem Grußwort von Dr. Clemens Rehm und einem Vortrag von Nastasja Pilz (beide Landesarchiv Baden-Württemberg)
Großer Festsaal, Gebäude 1, 2. Obergeschoss.

Donnerstag, 5. Oktober um 11.00 Uhr:
Seminar und Führung mit Nora Wohlfarth (Landesarchiv Baden-Württemberg)
Hörsaal, Gebäude 1, Erdgeschoss.

Ausführliche Informationen >>
 
Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg, Landeskirchliches Archiv Stuttgart, U 180.

 

Forschungsbereich in Ravensburg co-organisiert Tagung in Oxford (UK) zur Thematik Alkohol, Psychiatrie und Gesellschaft in historischer Perspektive:
 
Der Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm organisierte zusammen mit der School of History, Philosophy and Culture der englischen Oxford Brookes University eine Tagung zum Thema „Alkohol, Psychiatrie und Gesellschaft“ am St. Anne’s College in Oxford. Das Tagungsprogramm umfasste 13 Vorträge von Beitragenden zur Thematik in Asien, Afrika, Südamerika, Nordamerika und Europa. Europäische Beiträge bezogen sich auch auf Studien zu Ost- und Westeuropa vor dem Mauerfall. In Fortführung der Zusammenarbeit zwischen Waltraud Ernst (Oxford) und Thomas Müller (Ravensburg), aus der bereits Konferenzen in Southampton 2005 zum Thema transnationale Beziehungen in der Psychiatrie (publiziert in: Ernst, Waltraud and Mueller, Thomas (Eds.): Transnational Psychiatries. Social and cultural histories of psychiatry in comparative perspective, c. 1800-2000. Cambridge Scholars Publishing, Newcastle on Tyne, 2010, 2. Auflage 2015) und Oxford 2013 zum Thema “Arbeit, Psychiatrie und Gesellschaft” (publiziert in: Ernst, Waltraud (Ed.): Work, Therapy, Psychiatry and society, c. 1750-2010. Manchester University Press, Manchester 2015) erschienen, werden auch die Beiträge dieser Tagung zur Veröffentlichung vorbereitet.

Ein vorläufiger Tagungs-Kurzbericht findet sich hier. Ein ausführlicherer Tagungsbericht ist in Vorbereitung und folgt an dieser Stelle in Bälde.

“Alcohol, Psychiatry and Society” — International Research Symposium, 29-30 June 2017
Convened by Professor Waltraud Ernst, Oxford Brookes University, and Professor Thomas Mueller, Centre for Psychiatry Suedwuerttemberg at Ravensburg / University of Ulm.

Academics of eleven different nationalities gathered for a symposium to address the historical links between alcohol, psychiatry and society. We learned that definitions of excessive drinking, drunkenness, alcoholism, and addiction varied across national contexts and that what was an acceptable – or even desirable – level of drinking in one culture, was considered problematic in another. Alcohol could be a sign of civilisation or individual status; it could be perceived as a medical treatment as well as a poison; and as a source of tax revenue or mental degeneration.

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Programme Flyer (pdf) >>
Poster (pdf, 10 MB) >>
 
Further Information see at:
https://www.brookes.ac.uk/hss/events/alcohol,-psychiatry-and-society/
http://royalhistsoc.org/calendar/alcohol-psychiatry-society/
http://brookes-culturalthinking.blogspot.de/2017/07/alcohol-psychiatry-and-society.html

 

Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit — Das Denkmal der Grauen Busse
Hrsg. von Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel und Franz Schwarzbauer
 
Im Juni 2017 erschien im Verlag Psychiatrie und Geschichte das Buch „Vergangen? Spurensuche und Erinnerungsarbeit - Das Denkmal der Grauen Busse“, mit Beiträgen von Aleida Assmann, Michael von Cranach und vielen anderen. Herausgegeben wurde der Sammelband von Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel und Franz Schwarzbauer. Die Publikation zum Denkmal der Grauen Busse in Ravensburg vereint Beiträge zur Geschichte und Erinnerungskultur der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und dokumentiert die Stationen der Reise des mobilen Denkmals zwischen Ravensburg und Berlin.

Das Denkmal der Grauen Busse ist ein »zweigeteiltes Erinnerungszeichen« (Horst Hoheisel / Andreas Knitz); es besteht aus zwei identischen Nachbildungen jener Transportbusse der sogenannten »Gemeinnützigen Krankentransport GmbH« (GeKraT), mit denen die Patienten seinerzeit in die Tötungsanstalten gebracht wurden. Je 75 Tonnen schwer, massiv und in der Mitte durchgeschnitten, mit der Inschrift »Wohin bringt ihr uns?«. Skulpturen aus Beton. Mit diesem Denkmal soll der Opfer gedacht werden; aber auch Tat und Täter werden durch die Form des Busses reflektiert. Während der eine Bus die Alte Pforte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Weißenau blockiert, ist der zweite Bus inzwischen mehr als sechstausend Kilometer bewegt worden; er hat gleichzeitig Bewegung in eine erstarrte, tabuisierte Überlieferung gebracht, denn wie kaum ein anderes Thema ist die zig-fache Ermordung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen in der Psychiatrie der NS-Zeit nur ganz verschämt angesprochen und zumeist verschwiegen worden.
Die Beiträge dieser Publikation gruppieren sich um drei unterschiedliche Schwerpunkte. Zum einen geht es darin um die historische und medizinhistorische Auseinandersetzung mit dem Thema »Euthanasie«, und zu dieser Geschichte gehört auch die verdrängte Nach-Geschichte, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen. Im Zentrum anderer Beiträge steht die Frage, ob und wenn ja: welche künstlerischen Antworten gefunden werden können, um der Opfer von Gewalt und Terror zu gedenken. Einen dritten Teil stellt die Dokumentation dar, die jene Orte aufführt, an denen der mobile Bus mittlerweile temporär gewesen ist. Mit Beiträgen von Aleida Assmann, Cesare Giacobazzi, Michael von Cranach, Stefanie Endlich, Susanne Knittel, Thomas Müller, Paul-Otto Schmidt-Michel, Franz Schwarzbauer, James E. Young sowie Horst Hoheisel und Andreas Knitz.
 
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Psychiatrie in Oberschwaben
Die „Weissenau“ bei Ravensburg zwischen Versorgungsfunktion und universitärer Forschung
Hrsg. von Thomas Müller, Uta Kanis-Seyfried, Bernd Reichelt und Renate Schepker
 
Am 1. April 2017 erschien im Verlag Psychiatrie und Geschichte der 2. Band der wissenschaftlichen Reihe „Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft in historischer Perspektive“. „Psychiatrie in Oberschwaben“ wurde anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der ehemaligen Heilanstalt Weissenau herausgegeben und bietet in 16 Beiträgen und auf 400 Seiten einen Überblick über die aktuelle Forschung zur Geschichte der Psychiatrie in Oberschwaben und darüber hinaus.

Der vorliegende Band zur Geschichte der Psychiatrie im Südwesten Deutschlands ist einem breiten Themenspektrum der Geschichte der Psychiatrie und angrenzender Gebiete in der Region Oberschwaben gewidmet. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Geschichte der 1892 in Weissenau bei Ravensburg gegründeten ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt, heute Standort des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg, sowie die Geschichte weiterer psychiatrischer Klinikstandorte dieser Region.
Historisch untersucht werden Fragen der Fürsorge und der Unterbringung psychisch kranker Menschen, der Entwicklung verschiedener Berufsfelder, oder die Geschichte einzelner Subdisziplinen der Psychiatrie. Weitere Kapitel behandeln den internationalen Wissenstransfer, den Funktionswandel psychiatrischer Einrichtungen sowie deren Zweckentfremdung in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Studien zur Psychiatrie im Nationalsozialismus oder zum Geschlechterverhältnis im Rahmen der im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen gehören ebenfalls zum Spektrum dieses Bands. Die vorliegende Publikation schließt ab mit einer Darstellung des konkreten Umgangs mit der eigenen Geschichte: der Erinnerungskultur am Standort Weissenau des Zentrums für Psychiatrie Südwürttemberg – seit Gründung der medizinischen Fakultät der Universität Ulm zugleich akademisches Krankenhaus dieser Universität.
 
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erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus
 
Eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Sie wird gezeigt vom ZfP Südwürttemberg und Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Im Kloster Schussenried 08.04. – 05.06.2017
 
Einladung zur Vernissage am Freitag, 7. April, 15 Uhr (pdf) >>
Flyer (pdf 2 MB) >>
Plakat (pdf 4 MB) >>

 

Grenzgänger zwischen den Welten
Friedrich Pöhler (1867–1921) — Patient und Fotograf
Fotografien von Friedrich Pöhler, einem der ersten Fotografen, die sich im württembergischen Südwesten professionell mit der Herstellung von Porträtaufnahmen und Alltagsfotografie beschäftigten, sind noch bis zum 26. August 2016 im Haus 1, Ausstellungsgang, des ZfP Reichenau zu sehen. Während seiner Berufstätigkeit zwischen 1909 und 1910 in Wilhelmsdorf entstand eine Vielzahl bemerkenswerter Aufnahmen, die das dörfliche und bürgerliche Leben in Oberschwaben zu Beginn des 20. Jahrhunderts eindrucksvoll widerspiegeln. Seit dem frühen Erwachsenenalter psychisch erkrankt, balancierte Friedrich Pöhler auf dem schmalen Grat zwischen der Normalität der Alltagswelt und einer Vielzahl von Aufenthalten in psychiatrischen Anstalten und Kliniken. Die Ausstellung zeigt sein fotografisches Wirken und gibt einen Einblick in die Biografie dieses Mannes, in sein Ringen um ein selbstbestimmtes Leben, in sein Gefangensein in Krankheit und (klein-)bürgerlichen Konventionen. Gleichzeitig bietet sie einen authentischen Blick auf die zeitgenössische Medizin an der Wende zum 20. Jahrhundert und den Umgang von Ärzten mit ihren Patienten.

 

Neue Publikation zu den NS-„Euthanasie“-Prozessen
Die Tübinger Dissertation zur Rechtsgeschichte der sog. „Euthanasie“-Prozesse von Anika Burkhardt ist eine lange überfällige Arbeit und betrifft die Forschung aller einschlägig Interessierten und mit der Geschichte der Psychiatrie im Nationalsozialismus, sowie angrenzenden Wissensgebieten Befassten. Die Tübinger Juristen versuchte u.a. Prozesse gegen als Täter Angeklagte in Prozessen vor sowjetischen und amerikanischen Militärgerichten, vor westdeutschen wie ostdeutschen Gerichten vergleichend. Untersucht wurden detailgenau bspw. auch Fragen der „Verjährung“ und anderer relevanter Aspekte solcher Prozesse in DDR und BRD. Die deutsche Justiz hat, wie die Buchankündigung erläutert, über vier Jahrzehnte bis in die jüngste Vergangenheit Strafverfahren gegen Personen geführt, die sich an den „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus beteiligt hatten. Die Autorin analysiert die gesamte ost- und westdeutsche „Euthanasie“-Rechtsprechung und wertet die tatsächlichen Feststellungen sowie die rechtliche Würdigung der Gerichte aus. Dadurch liefert sie erstmalig einen umfassenden Einblick in die juristische Aufarbeitung eines der größten Verbrechenskomplexe des sog. Dritten Reiches.
 
Weitere Verlagsinformationen finden Sie unter: https://www.mohr.de/buch/das-ns-euthanasie-unrecht-vor-den-schranken-der-justiz-eine-strafrechtliche-analyse-9783161536236
 
Artikel im Tübinger Tagblatt vom 09.01.2016: "Wie Richter über Krankenmorde urteilten", unter:
http://www.jura.uni-tuebingen.de/einrichtungen/ifk/medien/wendelstein

 

Filmbericht
Das Denkmal der grauen Busse (6:46 min)  (ZfP Südwürttemberg, 16.09.2015/ Regie: Hans-Peter Lübke)

 

Wir laden Sie sehr herzlich ein zum Vortrag von
 
Prof. Dr. Wolfgang Lutz, Universität Trier,
 
am Mittwoch, den 27. April 2016, um 16.00 Uhr, im Hörsaal der Klinik in Weissenau
 
Titel:
Wie, wann und warum ändern sich Patienten in der Psychotherapie? Ansätze und Konzepte moderner patientenorientierter Psychotherapieforschung
 
 
Wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen,
mit besten Grüßen,
Thomas Müller

 

04.01.2016
In Zwiefalten wird am Mittwoch, 16. März 2016 um 17 Uhr mit einer Vernissage im Casino des ZfP Südwürttemberg die Wechselausstellung „Kettenmenschen. Vom Umgang mit psychisch Kranken in Westafrika“ eröffnet. Die Ausstellung wurde vom MuSeele in Göppingen in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis St. Camille (Reutlingen) entwickelt. Die Ausstellung wird (voraussichtlich) bis Juli im Verwaltungsbau, von Montag bis Sonntag von 10-18 Uhr, zu sehen sein. Weitere Informationen folgen demnächst auf dieser Seite und auf den Seiten des Württembergischen Psychiatriemuseums.
Zur Ausstellung auf den Seiten des Freundeskreises St. Camille und des MuSeele: Externer Link [http://www.st-camille.com/faa/aktuelles/aktuelles.htm]

 

21.11.2015
Württembergisches Psychiatriemuseum ausgezeichnet mit dem „Museums-EXTRA-Preis“ der Lotto-Stiftung Baden-Württemberg.
Am 21. November 2015 wurde im Rahmen einer Prämierungsfeier in Ravensburg dem Württembergischen Psychiatriemuseum der „EXTRA-Preis“ der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg überreicht. (pdf)

Ein neuer Museumspreis für Baden-Württemberg.
Die Rubrik „Museumsland“ berichtet in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Baden-Württemberg e.V. regelmäßig über die Arbeit der Museumsleute im Südwesten – diesmal über den neuen Museumspreis. (pdf)

(www.staatsanzeiger.de/momente, 4/2015)

 

Wir laden Sie sehr herzlich ein zum Vortrag von
 
Prof. Dr. Hans-Georg Hofer, Universität Münster,
 
am Mittwoch, den 11. November 2015, um 16.00 Uhr, im Hörsaal der Klinik in Weissenau
 
Titel:
Schock, Strom, Suggestion: Der Erste Weltkrieg und die Wiener Psychiatrie
 
Ob an der Front oder im Lazarett der Großstadt: Die „Kriegszitterer“ zählten zu den verstörendsten Erscheinungen des Ersten Weltkriegs. Für Medizin und Psychiatrie war das massenhafte und rätselhafte Auftreten psychischer Erkrankungsformen eine besondere Herausforderung; die ethnische Heterogenität in der kollabierenden Habsburgermonarchie verkomplizierte die Situation zusätzlich. Der Vortrag zeigt zum einen, wie stark psychiatrisches Handeln von den militärischen Erfordernissen und Prinzipien der industriellen Moderne geprägt war. Zum anderen analysiert er Entwicklungen und Charakteristika, die für die Wiener Psychiatrie des Ersten Weltkriegs als spezifisch anzusehen sind.
 
Wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen,
mit besten Grüßen,
Thomas Müller

 

21.10.2015
 
Am Mittwoch, 14. Oktober 2015 fand im Casino des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten in Anwesenheit der sechs Künstler und etwa 100 Besuchern die Vernissage zur Kunstausstellung „etwas bleibt“ statt.
 
„Kunst kennt keine Behinderung“. Inklusive Ausstellung „Etwas bleibt“ begeistert im ZfP (pdf) (Schwäbische Zeitung, 20.10.2015)

 

02. — 04.10.2015
Wechselausstellung über Korbinian Brodmann in Würzburg

Mit der Erforschung und Darstellung der vergleichenden Lokalisationslehre der Großhirnrinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Neuroanatom Korbinian Brodmann (1868—1918) der Medizin bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse hinterlassen. Im Rahmen der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Nervenheilkunde (DGGN) in Würzburg (2.—4. Oktober 2015) konnten sich die Teilnehmer anhand einer Wanderausstellung über Brodmanns Leben, sein Werk und die darauf basierenden, aktuellen Entwicklungen in der modernen Hirnforschung informieren. Korbinian Brodmann hatte in Würzburg, München, Berlin und Freiburg Medizin studiert und 1891 in Würzburg auch seine ärztliche Vorprüfung abgelegt. Die Ausstellung wurde von Dr. Uta Kanis-Seyfried, Akademische Mitarbeiterin des Forschungsbereiches Geschichte und Ethik in der Medizin im ZfP Südwürttemberg zusammen mit dem Museum in Hohenfels-Liggerdorf erstellt und von ihr zuletzt substanziell erweitert.

 

08.09.2015
 
In Zwiefalten wird am 14. Oktober um 19 Uhr mit einer Vernissage im Casino die Kunstausstellung „etwas bleibt“ der Inklusionskonferenz des Landkreises Reutlingen eröffnet. Die Ausstellung wurde von der Geschäftsstelle der Inklusionskonferenz im Rahmen der landesweiten Öffentlichkeitskampagne „duichwir“ entwickelt und initiiert und ist bis zum 31. Januar 2016 in den Fluren des Verwaltungsbaus des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten zu sehen. Sechs Künstler und Künstlerinnen aus dem Landkreis Reutlingen bieten mit Malerei, Radierung und Fotografie sowie unterschiedlichen Genres und Techniken eine beeindruckende Bandbreite künstlerischer Vielfalt.
 
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20. August 2015
„Außergewöhnliches leisten“. Württembergisches Psychiatriemuseum erhält „EXTRA-Preis“ der LOTTO Baden-Württemberg
 
Aus einem Kreis von 117 Mitbewerbern wurde das Württembergische Psychiatriemuseum ausgewählt und erhielt mit heutigem Datum den erstmals vergebenen „EXTRA-Preis“. Anlass für diesen, auch zukünftig neben dem ebenfalls in Erstauflage vergebenen „Lotto-Museumspreis Baden-Württemberg“ war „die hohe Beteiligung am Wettbewerb“, wie die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg mitteilte. Die siebenköpfige Jury namhafter Kultur- und Museumsexpertinnen und -experten würdigte explizit das „außergewöhnliche Konzept für ein eher sperriges Thema“ und hob „die aufklärende Funktion des Museums“ hervor. Der „EXTRA-Preis“ soll insbesondere das Engagement derjenigen Museen würdigen, die „in ausgewählten Bereichen Außergewöhnliches leisten“. Das Württembergische Psychiatriemuseum wurde 2003 am Standort Zwiefalten des ZfP Südwürttemberg eröffnet, dem Gründungsort der ersten „Königlich-Württembergischen Staatsirrenanstalt, gegründet 1812. Diese Ausstellung wurde 2009-2011 umfassend erneuert, das Gebäude 2011 saniert. Für die Überarbeitung der Ausstellung zeichneten Dr. Uta Kanis-Seyfried und Priv.-Doz. Dr. Thomas Müller verantwortlich. Im Jahr 2010 trat eine inzwischen besonders erfolgreiche Initiative hinzu: Das Team des Württembergischen Psychiatriemuseums unter Leitung von Müller und Kanis-Seyfried gestaltete einen zentralen musealen Raum im Neuen Kloster Schussenried. In Bad Schussenried wurde, nach Winnenden (Winnenthal) im Jahr 1875 die dritte württembergische Ort eröffnet, an dem psychisch Kranke behandelt werden konnten. Eine weitere Filialausstellung ist in Ravensburg-Weissenau geplant. Ortschaftsrat Eschach, die Stadt Ravensburg und das Heimatmuseum Eschach sind an die Museumsmacher, inzwischen ergänzt um Dr. Bernd Reichelt, herangetreten. Das Preisgeld, insbesondere jedoch die Würdigung seitens der Jury, geben den Museumsmachern Recht. Im den Preisträgern persönlich übermittelten Ergebnis des Wettbewerbs nahmen verschiedene Aspekte der Arbeit des Württembergischen Museums besonderen Raum ein: Gewürdigt wurden hier die Beschäftigung mit belastenden Inhalten wie der nationalsozialistischen Geschichte, die durch das Museum „mehr Öffentlichkeit“ erfahren, sowie die bemerkenswerte Integration von Themen, wie der „Psychiatrischen Familienpflege“, die auch auf die Bedeutung von Familie und Gesellschaft im Versorgungsauftrag psychiatrischer Kliniken hinweisen, jenseits der historischen Anstaltsmauern und in historischer Perspektive. Ebenso betonte die Jury die an mehreren Orten der historischen wie gegenwärtigen Krankenversorgung selbst etablierten Ausstellungsinitiativen des prämierten Museums in Oberschwaben, das auch Wander- und Wechselausstellungen unterhält. Nicht zuletzt fand die kreative Umnutzung eines ehemaligen Pathologiegebäudes einer psychiatrischen Klinik zu einem musealen Ort großen Anklang: der Kern dieses Zwiefalter Museums findet sich inzwischen um eine regelmäßig bespielte Ausstellungsfläche für Wechselausstellungen erweitert.

 

Ein inklusives Kunstprojekt im Rahmen der Ravensburger Kunstausstellung „Ich bin eine Pflanze. Naturprozesse in der Kunst“
 
Motiviert durch das große Interesse am Malwettbewerb des Jahres 2014, und inspiriert von der aktuellen Ausstellung „Ich bin eine Pflanze – Naturprozesse in der Kunst“ im Kunstmuseum Ravensburg, führte das Inklusive Atelier in Kooperation mit dem Kunstmuseum einen weiteren Malwettbewerb durch.
 
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Am Mittwoch, den 2. Dezember 2015, um 15.00 Uhr wird die Ausstellung mit einer Vernissage in den Räumlichkeiten der akademie südwest des ZfP Südwürttemberg am Standort Bad Schussenried, im 1. OG des Neuen Klosters eröffnet. Hiernach ist die Ausstellung zu üblichen Öffnungszeiten, Mo-Fr., zwischen 9.00 und 17.00 Uhr und bis zum 29. Februar 2016 zu sehen. Die Ausstellung wird unterstützt vom Württembergischen Psychiatriemuseum.
 
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Vorankündigung: Eine neue Publikation von Thomas Müller beschreibt die Bedeutung von Patientenarbeit in der württembergischen Psychiatrie des 19. und 20. Jahrhunderts:
Mueller, Thomas: Between therapeutic instrument and exploitation of labour force: Patient work in rural asylums in Wuerttemberg, c. 1810-1945. In: Ernst, Waltraud (Ed.): Work, Therapy, Psychiatry and society, c. 1750-2010. Manchester University Press (2016).

 

Wechselausstellung: „… mit gewohnter Pflichttreue.“ Zur Geschichte der psychiatrischen Pflegeausbildung in Sachsen und Württemberg
 
Die seit dem 20. Mai und noch bis 31. August 2015 im Verwaltungsbau des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten zu sehende Ausstellung stellt eine Kooperation des Württembergischen Psychiatriemuseums mit dem Sächsischen Psychiatriemuseum in Leipzig und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten dar. Der Ausstellung liegt zum einen die Wanderausstellung „125 Jahre Ausbildung von psychiatrischem Pflegepersonal in Sachsen“ zugrunde, die von den Kuratoren Dr. Boris Böhm, Leiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, und Thomas R. Müller, Leiter des Sächsischen Psychiatriemuseums in Leipzig, erarbeitet wurde. Ergänzt wird die Ausstellung durch Exponate des Württembergischen Psychiatriemuseums sowie durch Forschungsergebnisse zur württembergischen Entwicklung. Von Seiten des Forschungsbereichs für Geschichte & Ethik in der Medizin am ZfP Südwürttemberg wird die hier gezeigte Ausstellung von Dr. Bernd Reichelt betreut.
 
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Am 7. März 2015 wurde das Illenau Arkaden Museum eröffnet und vom Förderkreis Forum Illenau der Stadt Achern übergeben. Die von Bürgern konzipierte und finanzierte Begegnungsstätte kann damit der besondere Ort werden, den man sich so lange auf diesem für Achern so bedeutsamen Areal erträumt hatte.
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Die Ausstellung „Mit dem Fahrrad fliegen“ widmet sich dem Leben des ehemaligen Klosterschülers und Flugradbauers Gustav Mesmer (1903-1994). Aufgrund eigenartiger Vorfälle 1929 erstmals in die Staatliche Heil- und Pflegeanstalt Schussenried aufgenommen, verbrachte Mesmer insgesamt circa 35 Jahre seines langen Lebens in Behandlung psychiatrischer Kliniken in Schussenried und Ravensburg-Weissenau. Annähernd seine gesamte Lebenspanne produzierte er Zeichnungen, Gemälde, baute und erfand Instrumente. Vor allem mit seinen Flugradmodellen wurde er noch zu Lebzeiten berühmt: Kunstwerke des oberschwäbischen „Ikarus vom Lautertal“ fanden Aufnahme in das Programm der Weltausstellung in Sevilla 1992. Die Ausstellung im Zeppelin-Museum Friedrichshafen ist vom 27. März bis zum 28. Juni 2015 zu sehen, und hält erstmals das gesamte, überlieferte Werk Mesmers aus verschiedenen Lebensphasen vor. Die Ausstellung wurde unterstützt mit Exponaten des Württembergischen Psychiatriemuseums, greift auf Aktenmaterial des ZfP Südwürttemberg zurück und wurde vom Forschungsbereich Geschichte der Medizin am ZfP inhaltlich beraten.
Leitung des Projekts: Sabine Mücke, M.A., Zeppelin-Museum Friedrichshafen.
Betreuung seitens des Württembergischen Psychiatriemuseums / Forschungsbereichs Geschichte der Medizin: PD Dr. Thomas Müller, Dr. Uta Kanis-Seyfried.
Ausstellungsdauer: 28. März bis 28. Juni 2015. Vernissage: 27. März 2015.
 
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Die Standorte des Württembergischen Psychiatriemuseums bei museum-digital

 

Kunstausstellung — Vernissage in Bad Schussenried „Interpretationen des spanischen Mädchens“
Das Team des Württembergischen Psychiatriemuseums freut sich sehr, im Rahmen unserer fünften Wechselausstellung in 2014 eine besonders beachtenswerte und interessante Initiative anzukündigen. In den Räumlichkeiten der akademie südwest, Neues Kloster Bad Schussenried, eröffnen wir im Rahmen einer kleinen Vernissage am
Mittwoch, 10. Dezember 2014, 15.00 Uhr,
eine Kunstausstellung. Gezeigt werden Bilder eines gemeinsam vom Heimbereich / Geschäftsbereich Wohnen des ZfP Südwürttemberg in Ravensburg (Dr. Michael Konrad) zusammen mit dem Kunstmuseum Ravensburg (Dr. Nicole Fritz) initiierten Wettbewerbs, an dem gleichermaßen Psychiatrieerfahrene wie Schülerinnen und Schüler aus Ravensburg teilgenommen haben. Die Ergebnisse dieses im Sinne der sozialpsychiatrischen Debatte inklusiven Malwettbewerbs werden nun in den Räumen unserer Akademie, im 1. OG des Neuen Klosters Schussenried, anonymisiert gezeigt.
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Das Mahnmal Weissenau / „Denkmal der grauen Busse“ stand vom 12. September bis zum 13. Oktober 2014 vor dem Kulturzentrum „ZAMEK“ der Stadt Poznan, in Polen.

Nach dem Aufenthalt im polnischen Poznań gelangte der mobile Teil des „Denkmals der grauen Busse“ ins Zentrum für Psychiatrie Reichenau bei Konstanz.

 

Kurzbezeichnung: MUSE 15
„Von Kriegszitterern, Sanitätsoffizieren und Helferinnen. Trauma und Psychiatrie im Ersten Weltkrieg“
2014 jährt sich zum einhundertsten Mal der Beginn des Ersten Weltkriegs, der als erster industrialisierter Massenkrieg in die Geschichte einging. Unter den Bedingungen dieses Schützengrabenkriegs erkrankten allein im deutschen Heer mehrere hunderttausend Soldaten an sogenannten Krankheiten des Nervengebietes. Auch unter den „Daheimgebliebenen“ brachte der „Große Krieg“ eine Vielzahl seelischer Verletzungen hervor. Psychiatrische Krankenhäuser an Front und „Heimatfront“ sahen sich vor unerwartete Probleme bezüglich Unterbringung und Behandlung der Patienten gestellt. In eigens eingerichteten Reservelazaretten wurden psychisch erkrankte Militärangehörige versorgt und neue, zum Teil sehr radikale, im öffentlichen militärpsychiatrischen Diskurs entwickelte Behandlungsmethoden erprobt.
Die von Dr. Maria Hermes (Bremen) im Rahmen ihrer Dissertation konzipierte und im Verwaltungsgebäude des ZfP Südwürttemberg, Standort Zwiefalten, präsentierte Ausstellung befasst sich mit der Psychiatrie im Deutschen Reich am Beispiel des St. Jürgen-Asyls in Bremen. Auf der Basis von Krankengeschichten soldatischer, aber auch ziviler männlicher und weiblicher Patienten werden verschiedene Themenbereiche dargestellt: Ärzte – Pflegepersonal – Ursachen von Kriegstraumata und ihre Beurteilung – Behandlungsmethoden – Krankheiten im Krieg – Hungersterben. Veranschaulicht werden die Sachverhalte dieser Ausstellung durch Fotografien, Dokumente und dingliche Exponate. An zwei Hörstationen können von Schauspielern gesprochene Zitate von Ärzten und Patienten zur Psychiatrie im Ersten Weltkrieg gehört und so die Wahrnehmungsweisen der betroffenen Personen authentisch erfahren werden.
Erweitert wurde die Ausstellung durch eigene Forschungen zur regionalen Geschichte während des Ersten Weltkriegs am Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin im ZfP Südwürttemberg, erarbeitet durch Dr. Uta Kanis-Seyfried. Am Beispiel der württembergischen Heilanstalten Zwiefalten, Schussenried, Weissenau und der im Badischen gelegenen Reichenau bei Konstanz werden unterschiedliche Sichtweisen und Folgen des Kriegsgeschehens aufgezeigt. Exemplarische Beispiele von „Patientengeschichten“ aus dem Militär-Reservelazarett, das in der Heilanstalt Weissenau eingerichtet worden war, können in einer Broschüre nachgelesen werden. Die Ausstellung (ZfP Südwürttemberg, Zwiefalten, Hauptstraße 9, Verwaltungsgebäude) ist bis 31. März 2015 täglich, Montag bis Sonntag, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen sind nach Voranmeldung über das Württembergische Psychiatriemuseum Zwiefalten jederzeit möglich. Tel: 07373 10-3113.
Bearbeitung und Kuratierung: Dr. Maria Hermes. Kuratierung Zwiefalten: Dr. Uta Kanis-Seyfried.
Ausstellungszeitraum: 1. Oktober 2014 bis 31. März 2015

 


Presseinformation

Das Denkmal der Grauen Busse fährt weiter:
von Kassel über Braunschweig nach Posen.
Öffentliche Verabschiedung am 7.9.2014 um 17:00 Uhr auf dem Friedrichsplatz
Es sprechen: Dr Jürgens, Erster Beigeordneter des LWV Hessen
Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel
Horst Hoheisel und Andreas Knitz, Künstler
Musikalische Verabschiedung des Denkmals „Graue Busse“
durch den Posaunenchor der Musikakademie Kassel, Leitung Christian Blümel

Press Statement
The Grey Bus is on the move again from Kassel via Braunschweig to Posen in Poland
A public farewell gathering is on September 7th, 2014 at 5 pm at Friedensplatz in Kassel
Speeches by:
Dr. Jürgens Deputy Director of the Hessian State Welfare Organisation
Bertram Hilgen, Lord Mayor of Kassel
Horst Hoheisel and Andreas Knitz the artists
The musical farewell is performed by the Trombone Choir of the Kassel Music Academy directed by Christian Blümel.

Das Denkmal der Grauen Busse (Beginn 2007)
Denkmal für die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T 4“ 1940/1941
Der so genannten „Euthanasie-Aktion” der Nationalsozialisten fielen während des Zweiten Weltkriegs mehr als 300.000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen zum Opfer.
Das mobile, 70 Tonnen schwere „Denkmal der grauen Busse” erinnert an die Todestransporte der Patienten. Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben dieses Mahnmal 2007 für das Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau bei Ravensburg geschaffen. Ein in Originalgröße in Beton gegossener Bus des gleichen Typs, wie er in den Jahren 1940 und 1941 von den Pflegeanstalten zu den Vernichtungslagern fuhr, blockiert das historische Kliniktor. Dem Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: „Wohin bringt Ihr uns?”, die überlieferte Frage eines Patienten.

The Monument of the Grey Buses (Started in 2007)
A memorial for the victims of the so-called “Euthanasia-Action” (Aktion T 4) of the National Socialists that claimed more than 300,000 mentally and physically disabled victims during World War II. The mobile seventy ton Monument of the Grey Buses serves as a reminder of the transports of the so-called "patients" to their deaths. The artists Horst Hoheisel and Andreas Knitz designed the monument for the Weißenau Psychiatric Centre near Ravensburg in 2007. A concrete shaped bus in original size as the ones that drove from the hospitals to the death camps in the years 1940 and 1941 blocks the former exit of the Weißenau Clinic The words. “Where are you taking us?” — the question asked by one of the patients — is inscribed on the bus monument.

Ein zweiter identischer grauer Denkmal-Bus bewegt sich durch Deutschland entlang der Wege, die die grauen Busse zu den Vernichtungsorten fuhren, aber auch entlang der Verwaltungswege des Massenmordes. Dieser mobile Graue Bus ist schon fast fünftausend Kilometer zu vierzehn verschiedenen Aufstellungsorten bewegt worden. Am 8. September wird er von Kassel mit einem Zwischenstopp und Gedenkfeier in Braunschweig weiterfahren nach Posen/Poznan und dort vor dem Stadtschloss, dem heutigen Kulturzentrum ZAMEK aufgestellt. Er erinnert dort an den Beginn des fabrikmäßigen Mordens der Nationalsozialisten mit Gas. Das begann im Fort VII in Poznan im Herbst 1939 an Patienten mit Behinderung.

A second, identical Grey Bus has been on the move through Germany stopping at sites where administrative offices of the mass murdered operated from. The mobile Grey Bus Monument has travelled over 5.000 kilometres to 14 sites. It will now leave Kassel on September 8th stopping for a short while in Braunschweig before continuing its journey to Posen /Poznan) in Poland. It will be placed outside the town castle, today home of the ZAMEK Cultural Centre. It will be there as a reminder of the beginning of the industrialised murder with gas of disabled citizens by the National Socialists that began at Fort VII in Poznan in the autumn of 1939.

Parallel dazu zeigt das ZAMEK eine umfangreiche Ausstellung von Horst Hoheisel und Andreas Knitz : Das Auge der Erinnerung. Gezeigt werden ihre als Countermonuments international bekannten Erinnerungsarbeiten zu NS-Verbrechen aber auch zu den Militärdiktaturen Südamerikas. Eine große eigens für Posen entwickelte Arbeit thematisiert das Hallenbad, das die Nationalsozialisten in der großen Synagoge in Posen einbauten und das bis 2004 in Betrieb war.
In das zu Hitlers Residenz umgebaute kaiserliche Schloss werden die Künstler im Kabinet des Führers mit aus dem  Synagogenhallenbad herausgeschnittenen Bruchstücken die Installation Startblöcke der Erinnerung schaffen.

A comprehensive exhibition at the ZAMEK Cultural Centre of the memorial work of Horst Hoheisel and Andreas Knitz will be shown parallel with the presence of the Grey Bus. The exhibition titled: The Eye of Memory will present their Countermonumentstheir internationally recognised memorial work on National Socialist crimes as well as crimes committed by Latin American dictatorships. A further work of art especially created for Poznan deals with the swimming pool that the Nazis built into Poznan's former Great Synagogue and that was still being used till 2004. In using broken out pieces of the swimming pool structure the artists will create an installation titled Starting Blocks of Memory in Hitler's former private rooms inside the town castle.

Zum Ende der Ausstellung (13.09.—12.10.2014) wird ein internationaler Kongress im ZAMEK zur NS-Medizin im besetzten Polen stattfinden (sh. Link). Im Programm ist auch das Denkmal der Grauen Busse und die Ausstellung: Das Auge der Erinnerung.
Nächste Stationen des Denkmals der Grauen Busse:
Ravensburg, Oktober 2014—Mai 2015, erste Rückkehr an eine Haltestelle, wo der Graue Bus schon 2007 stand. Braunschweig, Mai 2015—September 2015; Winnenden September 2015—Mitte 2016.

The exhibition at ZAMEK will run from September 19th till October 12th, 2014. It will be rounded off by an international conference on National Socialist medical crimes in occupied Poland. The Monument of the Grey Buses and the exhibition The Eye of Memory will be part of the conference.

The next stop of the Monument of the Grey Buses:

  • Ravensburg: October 2014 till May 2015 — the first return of the mobile Grey Bus to its first site of 2007.
  • Braunschweig: May till September 2015
  • Winnenden: September 2015 till the middle of 2016


LINKS:

Einladung zum Gedenkzwischenstopp "Denkmal Grauer Bus" in Braunschweig
http://www.dasdenkmaldergrauenbusse.de/files/Braunschweig-Denkmal-Bus-2014.pdf

Presseinformation Zamek: Horst Hoheisel & Andreas Knitz:
Das Auge der Erinnerung / The Eye of Memory
http://www.dasdenkmaldergrauenbusse.de/files/DAS%20AUGE%20DER%20ERINNERUNG.pdf

INTERNATIONALE WISSENSCHAFTLICHE KONFERENZ
"MEDIZIN IM BESETZTEN POLEN IM SCHATTEN DES NATIONALSOZIALISMUS"
http://www.eutanazja-medycyna-nazizm.ump.edu.pl/index.php?lng=de

Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Denkmal der grauen Busse / Standorte
http://www.forschung-bw.de/VersFHist/Mahnmal/Standorte.html

Vernissage 100 Jahre Reichenau in Weissenau, 02. April 2014
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Hohenfels
Vortrag über Korbian Brodmann: Wegbereiter der Psychiatrie (Südkurier, 26.02.2013)

Zentrum und Peripherie in der Geschichte der Psychiatrie
Zwiefalten, 13.—15. Juni 2012,

Württembergische Psychiatriegeschichte im regionalen, nationalen und internationalen Vergleich

CFP Abstract

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Ernst, Waltraud and Müller, Thomas (Eds.): Transnational Psychiatries. Social and cultural histories of psychiatry in comparative perspective, c. 1800—2000. Cambridge Scholars Publishing, Newcastle on Tyne (2010).
 
This book offers something new in the history of psychiatry. Within a transnational research framework, it presents original historical case studies and conceptual reflections on comparative and related methodologies. Systematic comparison and transfer studies as well as aspects of entangled history are employed in relation to themes such as different cultural meanings pertaining to the same term; transfer of treatment practices and institutional regimes; localised practices and (re)-emerging forms of patient care; circulation of early anti-psychiatrists’ views; impact of war and politics on patients’ welfare and on psychiatric discourse; and diversification of psychotherapeutic and physical practices. The book includes chapters on the history and historiography of psychiatry and psychotherapy in different geo-cultural regions in South America, Asia, the Pacific and Europe. The contributors present multilayered interpretations, emphasising commonalities and interconnections as well as contrasts and discontinuities. With its wide-ranging geographical focus and attention to conceptual issues, this collection will assist to integrate and reconfigure the historiography of psychiatry.
 
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Reviews:
 
Review by Yumi Kim, Department of History at Columbia University:
Transnational Psychiatries: Social and Cultural Histories of Psychiatry in Comparative Perspective c. 1800-2000. Editors: Waltraud Ernst and Thomas Mueller (Newcastle: Cambridge Scholars Publishing, 2010)

 
Review by Philippa Martyr, University of Western Australia:
Transnational Psychiatries: Social and Cultural Histories of Psychiatry in Comparative Perspective, c.1800–2000. Editors: Waltraud Ernst and Thomas Mueller (Newcastle-upon-Tyne: Cambridge Scholars Publishing, 2010). ISBN (10)1-4438-2217-5 (HC). xxiii + 321 pp.

 
Rezension von Urs Germann in N.T.M. 19 (2011), Springer Basel AG:
Waltraud Ernst und Thomas Müller (Hg.) 2010: Transnational Psychiatries. Social and Cultural Histories of Psychiatry in Comparative Perspective, c. 1800–2000. Newcastle upon Tyne: Cambridge Scholars Publishing, geb., 310 S., 55,99 €, ISBN-13: 978-1-4438-2217-6.

 
Katherine Angel: Rezension zu: Ernst, Waltraud; Mueller, Thomas (Hrsg.): Transnational Psychiatries. Social and Cultural Histories of Psychiatry in Comparative Perspective c. 1800-2000. Newcastle upon Tyne 2011, in: H-Soz-u-Kult, 26.04.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2012-2-073>.
 
Cornelia Brink, Freiburg i. Br.: Rezension zu: WALTRAUD ERNST/THOMAS MUELLER (Hg.): Transnational Psychiatries. Social and Cultural Histories of Psychiatry in Comparative Perspective, ca. 1800-2000. Cambridge Scholars Publishing, Newcastle upon Tyne 2010, 321 S., 44.99 £, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 99, Band • 2012 • Heft l, Seite 103-105, ©Franz Steiner Verlag, Stuttgart.
 
Review by Catharine Coleborne, University of Waikato, New Zealand: Waltraud Ernst and Thomas Mueller (eds), Transnational Psychiatries: Social and Cultural Histories of Psychiatry in Comparative Perspective c. 1800–2000.
History of Psychiatry, June 2012; vol. 23, 2: pp. 245-247.

Zur Geschichte der südwestdeutschen „Euthanasie“ mit besonderer Berücksichtigung der Rolle Grafenecks und Zwiefaltens (MUSE 10)
Die aktuelle Wechselausstellung des Museums Zwiefalten, die im Erdgeschoss / Verwaltungsbau der Klinik in Zwiefalten gezeigt wird, stellt eine erneute Kooperation mit der Gedenkstätte Grafeneck dar. Das Thema der bereits einmal von Mai bis Juli 2009 gezeigten Wechselausstellung des Museums, der sogenannten Euthanasie im Südwesten Deutschlands, einer Leihgabe unseres Kooperationspartners „Gedenkstätte Grafeneck“, die seit 2003 über eine Wanderausstellung als seinerzeit neuem und bis dato in dieser Dimension für eine Gedenkstätte in Baden-Württemberg einzigartigem Medium verfügte, wurde im Jahr 2012 erneut relevant. Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Grafeneck war seinerzeit zunächst mit dem Titel „Krankenmord im Nationalsozialismus - Grafeneck 1940. Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland“ durch die Gedenkstättenförderung des Bundes und des Landes Baden-Württemberg initiiert worden. Aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums wurden nun neue Forschungsergebnisse aus den Projekten des Forschungsbereichs Geschichte der Medizin am ZfP Südwürttemberg in diese Ausstellung integriert. Die spezielle Funktion Zwiefaltens im Rahmen der sog. Euthanasie, einige biographische Studien zu involvierten Ärzten und Ärztinnen, Erkenntnisse zum Schicksal der Patienten aus Zwiefalten und andere Aspekte mehr stellen nun aktuelle Ergänzungen des ZfP Südwürttemberg zu der seit Jahren erfolgreich wandernden Ausstellung der Gedenkstätte dar. Die Ausstellung wurde am 19. April 2012 anlässlich der Übergabe des Ravensburger Mahnmals zum Gedenken an die Opfer der sog. Euthanasie („Denkmal der grauen Busse“) an die Zwiefalter Öffentlichkeit übergeben, und ist voraussichtlich bis Herbst des Jahres 2012 zu sehen.
Ausstellungsbearbeitung: Thomas Stöckle, Franka Rößner (Gedenkstätte Grafeneck), Thomas Müller, Uta Kanis-Seyfried (ZfP Südwürttemberg).

Zwiefalten
 
Mahnung—Denkmal der Grauen Busse hält in Zwiefalten. Schüler der Münsterschule präsentieren Geschichtsprojekt
Haltestelle der Erinnerung (pdf)
(REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER, 21.04.2012)

 
Psychiatrie — Der Arzt Dr. Carl von Schäffer prägte die Entwicklung der »königlichen Irrenanstalt« Zwiefalten
Der rechte Mann am rechten Ort (pdf)
(REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER, 13.06.2012)

 
Festakt — Zentrum für Psychiatrie feiert 200 Jahre. Verlegung von 46 Patienten markiert Beginn der Anstaltsgeschichte
Psychiatriegeschichte zum Anfassen (pdf)
(REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER, 26.06.2012)

 
Zwiefalten — Vom Tollhaus zum Therapiezentrum (STUTTGARTER-ZEITUNG.DE, 24.06.2012)
 
„Schwer zu erschließendes Thema“. ZfP zeigt Dokumentarfilm „Die unsichtbare Arbeit“ (pdf) (Rundschau von der Alb, 17.09.2012)

Schüler aus dem Kreis Ravensburg erhielten den 1. Preis eines Wettbewerbs der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Die Schüler beschäftigten sich bei der Herstellung einer Homepage mit Inhalten der sog. Euthanasie, der Ermordung psychisch Kranker und geistig Behinderter im nationalsozialistischen Deutschland. In Kontakt gekommen mit diesem medizinhistorischen Thema waren sie bei einer Schülerveranstaltung des ZfP Südwürttemberg anlaesslich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus im Jahr 2009.

Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus
 
27.01.2012, 9.30 bis 11.30 Uhr, Zwiefalten und Grafeneck
 
Programm zur Gedenkfeier am 27. Januar (pdf)
 

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Gedenken, erinnern, vergessen ...
Wohin mit der Vergangenheit?
 
27.01.2011, 11 Uhr, Festsaal im Klostergebäude, ZfP Südwürttemberg in Weissenau
 
Programm zum Gedenktag mit weiteren Veranstaltungen am 26. und 27. Januar (pdf)
 

Kinzig, Jörg; Stöckle, Thomas (Hrsg.): 60 Jahre Tübinger Grafeneck-Prozess. Betrachtungen aus historischer, juristischer, medizinethischer und publizistischer Perspektive. Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, Publikation 2011.
 
Faltblatt zum Inhalt (pdf)

Einladung zur Buchpräsentation:
"Im Dienste der Schwachen". Die Samariterstiftung zwischen Zustimmung, Kompromiss und Protest.
 
am Holocaust-Tag vorgestellt von
Dr. Hartmut Fritz,
Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung und
Franka Rößner,
Historikerin und Autorin
 
Die Samariterstiftung mit Sitz in Nürtingen blickt auf eine 125-jährige Geschichte zurück. 1885 in Stuttgart gegründet, betreibt sie heute 34 Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe, in Nürtingen das Dr.-Vöhringer-Heim, die Wohnstätte Oberensingen und die Tagespflege im Schlössle.
Das Samariterstift Grafeneck wurde von den Nazis „für Zwecke des Reiches“ beschlagnahmt; es war die erste Vernichtungseinrichtung auf deutschem Boden, der Beginn des Holocaust.
10.645 behinderte Menschen wurden 1940 mit den berüchtigten „grauen Bussen“ nach Grafeneck transportiert und in der Gaskammer ermordet.
 
Donnerstag, 27. Januar, 20 Uhr
in der Buchhandlung Zimmermann am Schillerplatz in Nürtingen
Der Eintritt ist frei.

Gedenken, erinnern, vergessen ...
Wohin mit der Vergangenheit?

Es diskutieren:  Dr. Michael von Cranach, Psychiater (München)
Es diskutieren:  Prof. Dr. Christian Meier, Historiker (Hohenschäftlarn)
Es diskutieren:  Barbara Thimm, Kulturpädagogin (Dachau)
 
Es diskutieren:  Gesprächsleitung:  Reinold Hermanns

Die Katastrophe des zweiten Weltkriegs, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik und ihre Opfer gehören zum Erbe deutscher Geschichte. Der Umgang mit diesem Erbe ist indessen ein nach wie vor strittiges Thema der Gegenwart. Was prägt  die deutsche Erinnerungskultur? Wonach (und wohin)  richtet sich unser „Erinnern“?  Was tragen öffentliche Rituale und Gedenkstätten zum Diskurs über die Vergangenheit bei? Wie zukunftsbezogen sollte und kann Erinnerung sein? Welche Bedeutung kommt im Streit um die „richtige“ Erinnerung dem „Vergessen“ zu?
Am 27. Januar 2011 ist dies Thema eines öffentlichen Podiumsgesprächs  im Zentrum für Psychiatrie Weißenau.
Die vom zfp Weißenau und von SWR2  veranstaltete Diskussion wird aufgezeichnet und in SWR2 ausgestrahlt (27.1. 2011, 17.05 Uhr, SWR2 Forum).

Historische Forschung mit Breitenwirkung. (pdf)
Aktuell, Magazin des ZfP Südwürttemberg, November 2010.


Die Forschungseinheit „Geschichte und Ethik in der Medizin“ des ZfP Südwürttemberg wurde vor wenigen Jahren als Teil der Versorgungsforschung am Standort Weissenau gegründet. Mittlerweile hat sie sich etabliert und ist zu einer festen, sich ständig weiterentwickelnden Forschungsinstitution in Südwürttemberg geworden.

Erzählte Geschichte der Psychiatrie
Patienten aus Münsterlingen/Thurgau in der „Hör-Bar“

 
1985 kam die Wende: Der Neubau der psychiatrischen Klinik Münsterlingen reformierte nicht nur die Unterbringung psychisch kranker Menschen im schweizerischen Thurgau. Auch ihre Behandlung in der ältesten Schweizer Psychiatrie wandelte sich. Daran, wie es vorher in der alten Klinik war, erinnern sich besonders die in Münsterlingen untergebrachten Langzeitpatienten. 75 Jahre und älter sind die Männer und Frauen der „Hör-Bar“, die hier über ihre Erfahrungen in und mit der Psychiatrie sprechen.
Fünf Gegenstände — ein Kartonschachtelherz, eine Kette, eine Sanduhr, eine Kerze und das Foto einer Öde — werden zu Symbolen vielfältiger Erinnerungen und bilden  eine Art „Wegweiser“ durch das Labyrinth des individuellen Gedächtnisses dieser Patienten. Sie dienten den Interviewern als Stichwortgeber. Den Gegenständen gemäß werden in fünf verschiedene Hör-Stationen Klinikalltag und persönliche Erlebnisse geschildert und reflektiert — ganz so, wie es dem jeweiligen Erzähler entspricht. Ein besonderes Merkmal dabei ist der unterschiedliche schweizerdeutsche Heimatdialekt der hoch betagten Patienten, hin und wieder durchmischt mit Dialekten anderer schweizerischer Regionen.
Man muss sich etwas einhören in diese akustischen Zeitzeugnisse, auch einfühlen in die Stimmung. Die Bedeutung des Gesagten erschließt sich nicht auf Anhieb, sondern oft erst im Nachhinein. Die Schilderungen, Eindrücke, Meinungen und zum Teil messerscharfen Beurteilungen der psychiatrischen Entwicklung durch die Patientinnen und Patienten beeindrucken, berühren gar.
Entstanden sind die Patientengeschichten der Münsterlinger „Seeseite“, wie die Klinik im Volksmund heißt, zum 25. Jahrestag des Neubaus. Angeregt und betreut wurde das Projekt von Klinikseelsorger Tobias Arni und Christine Froetscher, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Pflegedirektion.
Die Ausstellung Hör-Bar ist vom 1. Juni 2010 im Württembergischen Psychiatriemuseum Zwiefalten zu hören und zu sehen.

Müller, Thomas; Rüdenburg, Bodo und Rexer, Martin (Hrsg.): Wissenstransfer in der Psychiatrie. Albert Zeller und die Psychiatrie Württembergs im 19. Jahrhundert. Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten, Publikation 2009.

Hans-Joachim Lang: "Als Christ nenne ich Sie einene Lügner" Thodor Rollers Aufbegehren geben Hitler. Hoffman und Campe, Hamburg, Publikation 2009.

Kreuz oder Hakenkreuz? Mit dieser existenziellen Frage sieht sich der 22-jährige Theodor Roller konfrontiert. Sie treibt ihn zu einer lebensgefährlichen Aktion: Er richtet mehrere Briefe an Adolf Hitler, die im Ton immer schärfer werden, bis Roller seinen Adressaten offen angreift und ihn einen Lügner nennt, "den größten Volksschädling, der je deutschen Boden betrat". Wer so etwas tut, muss verrückt sein, jedenfalls nach der Logik des NS-Systems. Und so weist das Stuttgarter Sondergericht Roller in eine psychiatrische Anstalt ein, in der er fünfeinhalb Jahre seines Lebens verbringt ...
Aus Aktenmaterial, Gesprächen mit Thoedor Roller, der im Herbst 2008 mit 93 Jahren verstarb, und dessen Briefen an die Mutter rekonstruiert der Autor die Geschichte eines Mannes, der den Tod in Kauf nahm, um seinem Glauben treu bleiben zu können.

Hans-Joachim Lang, 1951 in Speyer geboren, studierte in Tübingen Germanistik, Kultur- und Politikwissenschaft. 1980 Promotion (Germanistik). Seit 1982 Redakteur beim Schwäbischen Tagblatt. 1989 Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Lehraufträge an der Universität Tübingen. Für sein bei Hoffmann und Campe erschienenes Buch "Die Namen der Nummern" erhielt er 2004 den Preis der Fondation Auschwitz in Brüssel und 2008 die Leonard-Fuchs-Medaille der Medizinischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Christine Hikel: Rezension von: Hans-Joachim Lang, „Als Christ nenne ich Sie einen Lügner“. Theodor Rollers Aufbegehren gegen Hitler, Hoffman und Campe Verlag, Hamburg 2009, in: Archiv für Sozialgeschichte (online) 52, 2012 (pdf)